Aktualisiert 16.08.2019 17:13

BundesligaDie Kummerbuben von Bayern München

Der FC Bayern wollte auf dem Transfermarkt klotzen, doch dann hagelte es vor allem Absagen. Selbst die Spieler fragen sich: Genügt dieses Kader?

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Fixer Transfer: Lucas Hernández
Fixer Transfer: Lucas Hernández

Für eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro wechselt der 23-jährige Franzose Lucas Hernández von Atlético Madrid zu den Bayern.

Keystone/Matthias Balk
Fixer Transfer: Benjamin Pavard
Fixer Transfer: Benjamin Pavard

Vom VfB Stuttgart stösst Weltmeister Benjamin Pavard für eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro zu den Münchnern.

Keystone/Christophe Ena
Fixer Transfer: Jann-Fiete Arp
Fixer Transfer: Jann-Fiete Arp

Die 19-jährige Sturmhoffnung Jann-Fiete Arp verpflichten die Bayern für drei Millionen Euro vom Zweitligisten Hamburger SV.

Keystone/Lukas Barth-Tuttas

Es war ein Auftritt, der es nicht verdient hat, vergessen zu werden. «Wenn Sie wüssten», schwärmte Uli Hoeness, und ein Saal voller Leute hing an seinen Lippen: «Wenn Sie wüssten, wen wir alles schon sicher haben für die neue Saison. Wir haben vor zu klotzen.»

Sechs Monate ist der Auftritt des Bayern-Chefs in der populären TV-Sendung «Doppelpass» her, und in diesen sechs Monaten ist viel passiert. Zum Beispiel sind sechs Monate ins Land gezogen. Was dagegen nicht geschehen ist: dass der FC Bayern München auf dem Transfermarkt geklotzt hätte. Zwar hat er schon früh im Jahr Lucas Hernández (von Atlético Madrid) und Benjamin Pavard (von Stuttgart) verpflichtet, immerhin zwei Weltmeister, nicht eben günstig in Anschaffung und Unterhalt, allerdings auch beides Verteidiger. Dazu nahmen sie den jungen Jann-Fiete Arp vom Zweitligisten Hamburg unter Vertrag.

Aber ein Ersatz für Franck Ribéry? Für Arjen Robben? Sonst etwas Lustvolles, Kreatives, ein Spieler, der den hohen Bayern-Ansprüchen auch in Sachen Unterhaltung genügt? Nichts. Kein Ousmane Dembélé, kein Callum Hudson-Odoi, noch nicht einmal Timo Werner: Transfer um Transfer platzte. Und waren die Gespräche endlich einmal weit gediehen, wie zuletzt bei Leroy Sané, da verletzte sich der deutsche Nationalspieler in Diensten von Manchester City prompt am Kreuzband.

Lewandowski fordert ...

Bei jenen Spielern, die schon da sind, herrscht vor dem Saisonstart weniger Vorfreude als vielmehr die Sorge vor, dass das Kader des Rekordmeisters nicht gut oder breit genug bestückt sein könnte. Robert Lewandowski etwa hat seinen Verein schon mehrfach zu weiteren Transfers aufgerufen. Nach dem 0:2 im Supercup gegen Dortmund wiederholte er die Forderung: «Wir brauchen einen weiteren Aussenstürmer. Wir haben mit Ribéry, Robben und James drei Spieler verloren und bis jetzt noch keinen gestandenen Neuzugang dort. Und wir brauchen eine Sechser oder einen offensiven Spieler fürs Zentrum.»

Ähnlich klingt Joshua Kimmich. Das junge Münchner Eigengewächs sagte: «Wir haben viele Spieler mit hoher Qualität, aber ob das von der Breite her am Ende ausreicht, um damit in die Saison gehen zu können? Wenn man in der Champions League aber wirklich was reissen will, dann könnten wir vielleicht noch den einen oder anderen brauchen.»

... und Neuer bleibt zuversichtlich

In den letzten Tagen vor dem Meisterschaftsstart heute Abend gegen Hertha Berlin haben die Bayern doch noch zugeschlagen und mit Ivan Perisic einen WM-Finalisten von Inter Mailand verpflichtet. Perisic! Finalist! Inter! Und die Bayern sind so sehr vom Kroaten überzeugt, dass sie ihn gleich leihweise holen. Ähnlich wollen sie im Fall von Philippe Coutinho vorgehen, dem Brasilianer des FC Barcelona, dessen Gehalt aber auch im Falle einer Ausleihe auf 11 Millionen Euro jährlich geschätzt wird. Auch die Rückkehr von Mario Mandzukic nach München wird noch gehandelt. Ob das die Namen sind, die genügen, um den ständig etwas unzufriedenen Lewandowski bei Laune zu halten?

«Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Kader stehen haben werden», zeigte trotz allem Goalie Manuel Neuer Vertrauen in die sportliche Führung um Trainer Nico Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auch David Alaba stellte klar: «Wir haben nie das Vertrauen in unsere Bosse verloren. Es muss und wird aber noch was kommen.» Zumindest bis zum Auftakt gegen Hertha wird die Zeit aber knapp.

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