Sex-Skandal an Aargauer Schule: «Die Lehrerin bereut ihren Fehler sehr»

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Sex-Skandal an Aargauer Schule«Die Lehrerin bereut ihren Fehler sehr»

Eine Aargauer Lehrerin hatte Sex mit einem Schüler (17) – das kostet sie den Job. Schulpflege-Präsidentin Christine Hächler nimmt Stellung.

von
Marco Lüssi
Korridor in der Kreisschule Mittleres Wynental: Hier unterrichtete die Lehrerin, die eine Beziehung mit einem Schüler (17) einging.

Korridor in der Kreisschule Mittleres Wynental: Hier unterrichtete die Lehrerin, die eine Beziehung mit einem Schüler (17) einging.

Frau Hächler, wie haben Sie von dem intimen Verhältnis der Lehrerin mit dem Schüler erfahren?

Christine Hächler: Der Leiter des Skilagers, in dem die Beziehung zwischen ihr und dem Schüler aufgefallen war, hatte sie aufgefordert, sich bei der Schulleitung zu melden und sie zu informieren. Das hat die Lehrerin dann auch getan. Sie sieht ein, dass sie einen grossen Fehler gemacht hat, und bereut das sehr.

Entstand die Beziehung erst im Skilager, oder lief sie schon vorher?

Das weiss ich nicht, es macht für uns auch keinen Unterschied. So oder so war für uns klar, dass wir sofort die Konsequenzen ziehen und uns von ihr trennen müssen. Klar war für uns auch, dass wir diesen Vorfall, der uns sehr betroffen macht, nicht unter den Tisch kehren wollen.

Die Lehrerin arbeitete schon mehrere Jahre an der Kreisschule Mittleres Wynental. Wird nun untersucht, ob sie auch in der Vergangenheit Schülern zu nahe gekommen ist?

Nein, ich bin überzeugt, dass es sich um einen einmaligen Vorfall handelt und sie keine entsprechende Neigung hat.

Hat die Geschichte auch für den Schüler Konsequenzen?

Nein, die Verantwortung für das, was passiert ist, liegt bei der erwachsenen Person und nicht bei ihm. Er geht weiter normal zum Unterricht. Er wird allerdings betreut und ist gut aufgehoben.

In Pratteln BL gab es im letzten Herbst einen ähnlichen Fall. Dort hat die Schule die Lehrerin wegen Sex mit einem Abhängigen gar angezeigt. Haben Sie das auch getan?

Es ist richtig, bei intimen Beziehungen zu Abhängigen gilt das Schutzalter 18 und nicht 16. Wir haben darüber diskutiert, ob wir Anzeige erstatten sollen, uns aber dagegen entschieden. Denn die Lehrerin hat keinen Druck ausgeübt, sondern das Ganze beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich möchte auch betonen, dass wir sie nicht als Person verurteilen, sondern nur ihr Fehlverhalten missbilligen. Aber natürlich ist es möglich, dass von anderer Seite noch eine Anzeige eingereicht wird.

Christine Hächler ist Präsidentin ad interim der Kreisschulpflege Mittleres Wynental.

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