Pollen: «Die Leidenszeit ist noch lange nicht vorbei»

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Pollen«Die Leidenszeit ist noch lange nicht vorbei»

Allergiker leiden unter der hohen Pollenbelastung. Regenschauer bringen diese Woche eine leichte Entspannung, doch diese ist nur von kurzer Dauer.

von
Q. Llugiqi
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Die Pollenbelastung war auch am Wochenende hoch, wie das Leser-Bild eines Pollensturms aus dem Kanton Freiburg zeigt. Mit den Regenschauern dürfte im Lauf der Woche etwas Entspannung eintreten.

Die Pollenbelastung war auch am Wochenende hoch, wie das Leser-Bild eines Pollensturms aus dem Kanton Freiburg zeigt. Mit den Regenschauern dürfte im Lauf der Woche etwas Entspannung eintreten.

Leser-Reporter/Vonlanthen Yanic
Auf das erste Mai-Wochenende dürfte die Pollenbelastung wieder steigen. Im Bild: Extreme Pollenausbreitung im Raum Zürich im April.

Auf das erste Mai-Wochenende dürfte die Pollenbelastung wieder steigen. Im Bild: Extreme Pollenausbreitung im Raum Zürich im April.

Leser-Reporter/Lightning 6
Beim Pfannenstiel war ein Pollensturm von Weitem gut zu sehen.

Beim Pfannenstiel war ein Pollensturm von Weitem gut zu sehen.

Markus Heinzer/Newspictures

Die Pollenbelastung war in den letzten Wochen aussergewöhnlich hoch. Etliche Leser haben Pollenstürme fotografiert, in den Häusern und auf den Strassen sammelte sich der Blütenstaub an. Nun sorgen Regenschauer für ein kurzes Durchschnaufen – aber nicht für lange.

Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, sagt, die Situation werde sich mit den erwarteten Niederschlägen diese Woche etwas entspannen. «Sobald es aber wieder warm und länger trocken ist, verschärft sich die Situation wieder.» Das dürfte schon am kommenden Wochenende der Fall sein.

Pollenstürme weiterhin möglich

Zudem begännen bald die Hauptallergene, die Gräser, zu blühen. «Die blühen dann bis gegen August durch. Die Leidenszeit für die Allergiker ist also noch lange nicht zu Ende», sagt Perret. Dieses Jahr sei die Pollensaison besonders schlimm, weil es im April schlagartig warm geworden und lange trocken gewesen sei. Das habe den Pollenflug begünstigt.

«Weil es gleichzeitig letztes Jahr zur Blütezeit der aktuell viel Pollen produzierenden Bäume wie Birke und Esche kühl war und die Blüten teilweise erfroren, haben die Bäume wenig Samen produziert und ihre ganze Energie auf die diesjährige Blüte gelegt», sagt Perret. Selbst weitere Pollenstürme seien möglich, solange die Nadelbäume, die viel und grosse Pollen produzierten – vor allem Fichten und Föhren –, noch blühten. Das sei noch etwa zwei bis drei Wochen der Fall.

«Aus Heuschnupfen kann Asthma werden»

Noemi Beuret, Expertin beim Aha! Allergiezentrum Schweiz, sagt: «Die Pollen flogen in diesem Jahr fast überall in der Schweiz früher als im Durchschnitt.» Im Vergleich zu den letzten Jahren seien die Hasel- und Erlenpollen ungefähr 10 bis 14 Tage früher unterwegs gewesen.

Um gut durch die Pollenzeit zu kommen, empfiehlt Beuret die Behandlung der Pollenallergie. «Aus einem unbehandelten Heuschnupfen kann sich ein allergisches Asthma entwickeln», sagt sie. Die Therapie müsse stets in Absprache mit dem Arzt erfolgen. «Bei einer Pollenallergie reichen meistens Antihistaminika, allenfalls in Kombination mit Kortisonpräparaten, aus, um die Symptome im Griff zu haben», sagt Beuret.

Beuret empfiehlt, bei starker Belastung sportliche Aktivitäten nach drinnen zu verlegen. Draussen sollten Allergiker eine Sonnenbrille tragen und sich über die Belastung informieren. Bei schönem, windigem Wetter empfehle es sich, nur kurz an die frische Luft zu gehen. Darüber hinaus sollte man Wäsche nicht im Freien trocknen lassen, während der Saison nur kurz stosslüften, vor dem Schlafengehen die Haare waschen und eine Desensibilisierung in Angriff nehmen.

Pollensturm über der Schweiz

(Video: Tamedia/Leserreporter)

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