08.11.2019 15:42

Kranker 24-JährigerDie Leser sind dafür, dass Marko sterben darf

Nach einer Hirnblutung vor vier Jahren kämpfte sich Marko A.* (24) ins Leben zurück. Doch nun will er mit Exit aus dem Leben scheiden.

von
pam

Marko A.* (24) hat sich nach einer Hirnblutung ins Leben zurückgekämpft. Doch nun möchte er nicht mehr. (Video: S. Ritter & Jan Dino Kellenberger/20 Minuten)

Darf ein 24-Jähriger, der im Rollstuhl sitzt, nur noch Tinnitus hört und nicht mehr leben will, mit Sterbehilfe aus dem Leben scheiden? Diese Frage stellt sich am Beispiel von Marko A. und beschäftigt die 20-Minuten-Leser. Obwohl das Thema kontrovers diskutiert wird und nicht klar ist, ob Exit sich Markos annehmen wird, sprechen sich viele Kommentierer dafür aus, dass er die Möglichkeit zur Sterbehilfe haben sollte.

«Jeder Mensch sollte selbst entscheiden dürfen, ob er leben möchte oder nicht», findet etwa Luana, deren Kommentar die meisten Likes erhielt. Exit sei in ihren Augen eine friedlichere Art als Suizid, bei dem vielleicht die Angehörigen sogar den Toten finden würden. In dieselbe Kerbe schlägt auch Laura Loosli: «Lieber mit Exit aus dem Leben gehen als Suizid begehen und allen den Boden unter den Füssen wegziehen.»

Alter spiele keine Rolle

Leser Simon sagt: «Das Alter ist nicht relevant. Wenn die Einschränkungen das Leben so unerträglich machen, hat ein Mensch das Recht, zu gehen. Er hat sich sicher genug damit auseinandergesetzt und nun eine Entscheidung gefällt.»

«So etwas ist sehr traurig», findet Leserin Nina. «Wenn das dein letzter Wunsch ist, sollte man das auch respektieren.» Er hoffe, dass Marko keine administrativen, juristischen oder anderweitigen Hindernisse in den Weg gelegt würden, ergänzt Leser Joseph Berg. «Er allein kann beurteilen, ob er sein Leben noch lebenswert findet.»

«Es tut unendlich weh»

Es fehlt aber auch nicht an kritischen und nachdenklichen Kommentaren. Alex Tumesch, dessen Familie Marko in der Reha kennen gelernt hat, fragt sich: «Dass Du trotz deines Riesenkampfs nun an diesen Punkt gelangt bist, stimmt uns noch trauriger und tut auch unendlich weh.» Er fragt, ob Marko tatsächlich alle erforderliche Hilfe und Unterstützung habe.

Leser Antoi hofft, dass Marko seinen Entscheid noch überdenken wird. «Alle, die den Daumen nach oben wählen, werten Markos Leben als wenig wertvoll», schreibt er mit Blick auf jene Leser, die Posts befürworten, die Markos Entscheid stützen. «Auch Marko hat eine Verantwortung seinem Umfeld gegenüber, die er nicht erkennt.» Isabel ergänzt: «So traurig. Ich hoffe aber doch, dass er den Lebenswillen wiederfindet.»

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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