Die letzte Reise wird deutlich teurer
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Die letzte Reise wird deutlich teurer

Dignitas darf Suizidwillige aus dem Ausland nicht mehr am gleichen Tag sterben lassen, an dem sie in der Schweiz ankommen. Die Sterbewilligen müssen neu mehrere Arzttermine wahrnehmen und mehrere Tage in der Schweiz bleiben.

von
Marco Lüssi

«Der Arzt muss den Sterbewilligen kennen. Es genügt nicht, wenn er ihn nur einmal kurz sieht», sagte Urs Rüegg, Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion, zur Zeitung «Sonntag». Der Kanton stützt sich damit auf ein Urteil, das das Verwaltungsgericht im Dezember 2007 gegen einen ehemaligen Dignitas-Arzt gefällt hat, der Express-Rezepte für das todbringende Mittel Natriumpentobarbital ausgestellt hatte.

Neu haben Suizidkandidaten aus dem Ausland drei Arzttermine zu absolvieren und müssen sich etwa eine Woche in der Schweiz aufhalten, bevor sie den Todestrank einnehmen können – die letzte Reise in die Schweiz wird dadurch deutlich teurer. Ob man sich bei der Sterbehilfeorganisation an die verschärften Auflagen hält, ist unklar: Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli wollte gestern gegenüber 20 Minuten dazu keine Stellung nehmen.

Der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold, der der deutschen Dignitas-Schwesterorganisation Dignitate vorsteht, sagt auf Anfrage: «Minelli hält sich strikt an diese neuen Vorschriften.» Anders sieht es die Dignitas-Aussteigerin Soraya Wernli: «Es gibt einen Zürcher Arzt, der Dignitas auch heute noch Express-Sterbebegleitungen ermöglicht.» Gegen diesen werde sie Anzeige erstatten.

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