«Die letzte Zeit war sehr schwierig»: Goalie Yvon Mvogo packt aus
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«Letzte Zeit war sehr schwierig»Seine Leidenszeit, RB Leipzig, Katar-WM – Ex-Nati-Goalie Yvon Mvogo packt aus

Nach dem Wechsel von YB zu RB Leipzig musste Yvon Mvogo viele Täler durchschreiten. Derzeit ist er an Eindhoven ausgeliehen, steht seit ein paar Spielen wieder im Tor. Nun spricht er über seine Zukunft, weshalb er nichts bereut und über seine Mama.  

von
Nils Hänggi
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Yvon Mvogo spielt derzeit für den PSV Eindhoven. 

Yvon Mvogo spielt derzeit für den PSV Eindhoven. 

REUTERS
Zuletzt hatte der Schweizer Ex-Nati-Goalie wieder einen Stammplatz. 

Zuletzt hatte der Schweizer Ex-Nati-Goalie wieder einen Stammplatz. 

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Mit Eindhoven gewann er den Cup in den Niederlanden. Im Final gab es einen 2:1-Sieg über Ajax Amsterdam. 

Mit Eindhoven gewann er den Cup in den Niederlanden. Im Final gab es einen 2:1-Sieg über Ajax Amsterdam. 

AFP

Darum gehts

  • Der 27-jährige Yvon Mvogo hat keine leichte Zeit hinter sich. 

  • Nach seinem Wechsel 2017 von den Young Boys zu RB Leipzig sass er oft auf der Bank. 

  • Derzeit ist der Goalie an Eindhoven ausgeliehen. 

  • Im Interview spricht er über sich, seine Ziele und weshalb er wieder zu RB wechseln würde.

Yvon Mvogo, vor zwei Wochen haben Sie Eindhoven mit mehreren Paraden zum Cupsieg gehext. Ihnen dürfte es prächtig gehen?

Ja, mir geht es super. Meine Familie ist gesund, ich bin es auch. Und ganz wichtig: Ich spiele wieder regelmässig, konnte meinen Teil zum Titel beitragen. 

Was bedeutet dieser Titel für Sie?

Es war ein unglaubliches Gefühl, vor allem, wenn man meine Situation anschaut. Anfang der Saison wurde ich auf die Bank gesetzt, die letzte Zeit war wirklich sehr schwierig für mich. Ich habe aber immer an mich geglaubt, bin ein Kämpfer. 

Sie haben es gerade angesprochen: die schwierige Zeit, das Sitzen auf der Bank. Hatten Sie Zweifel?

Um ehrlich zu sein: Dass ich nicht mehr spielte, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich kam im Sommer von der EM mit der Schweiz, spielte letzte Saison sehr gut. Ich war die unbestrittene Nummer 1. Und plötzlich sass ich auf der Bank. Ich erhielt nicht einmal die Chance, zu beweisen, dass ich einen Stammplatz verdiente. Das war nicht leicht für mich. 

Wie kam es denn, dass Sie wieder gespielt haben?

Wir hatten ein Spiel gegen Twente Enschede. Der andere Goalie spielte nicht optimal. Nachher meinte Trainer Roger Schmidt zu mir, dass ich den Rest der Saison spielen würde. Ich sei zu gut, um nur auf der Bank zu sitzen.

Gefällt es Ihnen in Eindhoven?

Es ist ein Traditions-Club. Alle hier, der Staff, die Mitspieler, die Fans, sind alle mega sympathisch. Ich fühle mich sehr wohl - wenn ich jetzt mal die zuletzt schwierige Situation ausblende zumindest. 

Bei Leipzig haben Sie einen Vertrag bis 2023, ausgeliehen sind Sie an Eindhoven bis Sommer. Wollen Sie bleiben?

Nach der Saison werde ich mich mit Leipzig zusammensitzen. Ich will regelmässig spielen, nicht mehr auf der Bank sitzen. Das wird Leipzig sicherlich auch verstehen. Ich will Titel gewinnen, Stamm-Goalie sein, in die Nati zurückkehren. Sollte die Lösung der PSV sein, freut mich das. Aber ich bin auch offen für die Top-Ligen in Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland. 

Aber derzeit haben Sie keinen Kontakt zu Leipzig?

Nein, aber das ist normal. Die Saison ist noch nicht zu Ende und ich kann mit Eindhoven noch Meister werden – wenn wir ein bisschen Glück haben. Es wird der richtige Zeitpunkt kommen, um über meine Zukunft zu sprechen. Ich will einfach spielen, spielen, spielen. 

Ende Jahr ist die WM in Katar. Ein Ziel?

Ja, sicherlich. Ich hatte mit Patrick Foletti (Goalie-Trainer der Nati, d. Red) Kontakt. Er sagte, dass ich spielen müsse, sonst würde ich nicht aufgeboten werden. Das mache ich jetzt. Und daher ist Katar natürlich ein grosses Ziel für mich.

Schauen wir zurück: Sie haben YB 2017 verlassen. Bereuen Sie den Leipzig-Transfer? 

Getroffene Entscheidungen kann man nicht bereuen. Als ich zu Leipzig ging, wusste ich, dass es einen Kampf ums Tor geben wird. Doch die Philosophie des Vereins auf junge Talente zu setzen, überzeugte mich. Klar wollte ich die Nummer 1 sein, doch als ich kam, gab Peter Gulacsi Vollgas. Leipzig hat sich das so sicherlich auch nicht vorgestellt, als sie mich holten.

Im Gespräch mit 20 Minuten erzählt er: «Meine Mutter hat einen guten Job gemacht. Sie sagte mir immer, dass man kämpfen muss, wenn man etwas erreichen will im Leben.»

Im Gespräch mit 20 Minuten erzählt er: «Meine Mutter hat einen guten Job gemacht. Sie sagte mir immer, dass man kämpfen muss, wenn man etwas erreichen will im Leben.»

IMAGO/Pro Shots

Eine schwierige Zeit.

Ich will betonen, dass Leipzig super für mich war. Vor allem für mich als Menschen. Ich habe Geduld und Bodenständigkeit gelernt. Wenn man jung ist, denkt man schnell: «Mir liegt die Fussballwelt zu Füssen.» Doch das ist nicht so. Man muss sich alles hart erkämpfen. Manchmal braucht es einen Schritt zurück, um zwei voranzukommen. Dank RB Leipzig bin ich ein besserer Mensch und Torhüter geworden.

Das klingt so, als ob Sie rückblickend den Wechsel nochmals machen würden?

Wenn ich etwas entscheide, hinterfrage ich es später nicht. Klar, kann man sich fragen: Was wäre wenn? Aber ja, ich würde nochmals zu RB gehen. Wahrscheinlich würde ich aber sichergehen, dass ich als klare Nummer 1 eingeplant bin und mich nicht auf einen Goalie-Kampf einlassen. 

Sie haben von einem bodenständigen Mvogo gesprochen, von einem geduldigen. Wie würden Sie sich sonst noch beschreiben?

Sehr positiv, einer, der nie aufgibt. Meine Mutter hat einen guten Job gemacht. Sie sagte mir immer, dass man kämpfen muss, wenn man im Leben etwas erreichen will. Und das mache ich. Yvon Mvogo ist ein Typ, der einfach sympathisch ist, der alles für den Erfolg macht und wirklich einfach sehr, sehr cool ist (lacht).

Im Winter wollten Sie wechseln. Wie 20 Minuten berichtete, verhandelten Sie unter anderem mit Bordeaux. Wieso hat es nicht geklappt?

Eindhoven sagte mir immer, dass der Verein an mich glaubt und auf mich setzt. Auch im Winter. Irgendwann sagte ich aber auch: Sorry, ich kann euch nicht mehr glauben, ich sitze ja nur auf der Bank. Und so verhandelte ich mit anderen Clubs. Eindhoven legte mir keine Steine in den Weg. Dass es nicht mit einem Transfer klappte, lag an anderen Sachen. Zum Glück: Jetzt habe ich einen Titel gewonnen! 

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