BVB-Wunder: «Die Leute freuen sich ein 2. Loch in den Hintern»
Aktualisiert

BVB-Wunder«Die Leute freuen sich ein 2. Loch in den Hintern»

Nach Dortmunds dramatischem Sieg gegen Málaga kennt die Freude in Deutschland keine Grenzen. Anders sieht dies in Spanien aus, wo die «grausamste Niederlage» verarbeitet wird.

von
fox

Jürgen Klopp stand nach der hektischen Schlussphase total aufgewühlt mit dem Sky-Mikrofon in der Fussball-Arena in Dortmund. «Ein ganz grosser Abend, den werde ich nie vergessen. Wir waren alle ganz kurz vorm Herzinfarkt», freute sich der BVB-Trainer. Mit zwei Treffern innert 70 Sekunden hatte sein Team das Unmögliche noch möglich gemacht.

Als ihn TV-Experte Ruud Gullit darauf ansprach, dass er aufgrund der Emotionen in diesem Spiel wohl ein Jahr seines Lebens verloren habe, meinte Klopp kühl: «Das ist kein Problem, dafür verschenke ich es. Ich bin ja Raucher - da habe ich schon mehr verschenkt. Aber für dieses Spiel kann man eins hergeben.»

BVB im Delirium

Der BVB-Übungsleiter machte keinen Hehl draus, dass auch Glück im Spiel war. «Wären wir rausgeflogen, wäre es so gewesen. Dann hätten wir einfach schlecht gespielt.» Auch Mitleid mit dem Gegner hatte in der Freude noch Platz. Später an der Pressekonferenz hielt er fest: «Der Fussball hat zwei absolut unterschiedliche Gesichter gezeigt. Ein extrem enttäuschter Verlierer und bei uns extreme Freude.» Aber: «Über beide Spiele gesehen, sind wir verdient weiter.» Und dann sagte er wieder einen seiner Sätze, die ihn so einzigartig machen: «Das war so grossartig, die Leute freuen sich ein zweites Loch in den Allerwertesten. Wir werden nicht gut schlafen, aber das ist mir total egal.»

Nicht nur Klopp war im Delirium. Manager Michael Zorc sprach von «den aufregendsten 120 Sekunden meines Lebens», Siegtorschütze Felipe Santana meinte: «Wir mussten das einfach machen! Ich bin so stolz auf diese Mannschaft!», und Nuri Sahin bedankte sich eine Stufe weiter oben: «Der liebe Gott war heute auf unserer Seite. Das ist unglaublich, das ist unglaublich.»

«Glücklichste Brechstange der Welt»

Auch die deutschen Medien verwenden heute das Wort «Wunder» überdurchschnittlich oft. Die «Süddeutsche» titelt mit «Der Wahnsinn kommt ganz zum Schluss» und sah die «glücklichste Brechstange der Welt», während «n-tv» schreit: «1999 Reloaded!!! BVB wiederbelebt sich in 70 Sekunden.» 1999 verlor Bayern München den Champions-League-Final gegen Manchester United nach zwei Toren in der Nachspielzeit 1:2. Und die «Bild» packt mal wieder Schlagwörter aus und garniert diese mit Ausrufezeichen: «Unfassbar! Unglaublich! Wahnsinn! Dieser BVB ist einfach der Hammer!»

Doch wie Klopp schon erkannte, gab es auch den Verlierer: Málaga. Der Underdog aus Südspanien stand so nah am grössten Triumph der Vereinsgeschichte. Spanische Medien schreiben vom «Albtraum des Offsides» (El Mundo), der «Eurotragödie von Málaga in Deutschland» oder der «grausamsten Niederlage» (El País).

Die entscheidenden Szenen im Spiel Dortmund - Malaga. (Quelle: YouTube)

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