Aktualisiert 29.06.2016 14:09

Zeugen der Attacke«Die Leute schrien, dann explodierten die Bomben»

Augenzeugen schildern, wie die Menschen in Panik vor den Attentätern zu fliehen versuchten.

von
ij

Panik unter den Passagieren: Amateurvideos zeigen den Atatürk Airport kurz nach dem schweren Anschlag. ( Quelle: Reuters)

Als drei Attentäter am internationalen Flughafen Atatürk in Istanbul um sich schossen und sich in die Luft sprengten, rannten die Menschen in Panik um ihr Leben. Sie versteckten sich in Gebetsräumen, Toiletten und hinter Schaltern und Säulen. «Eine Bombe ist explodiert», und «Da kommt jemand mit einer Waffe», warnten sie einander.

«Es war die Hölle», sagt Mine Iyidinc, die das Attentat miterlebte, zu CNN. «Wir wussten nicht, dass es ein Terroranschlag war.»

«Wir versuchten ruhig zu bleiben. Aber die Leute rannten durcheinander und fielen hin. Es gab keinen Weg hinaus, wir waren in einer Sackgasse gefangen und hörten die Schüsse», erzählt Richard Kalnins dem Fernsehsender CNN.

«Die Leute schrien, dann explodierten die Bomben», sagt ein junger Amerikaner.

Sue Savage war am Flughafen, um einen Freund zu treffen, als sie Schüsse und eine Explosion hörte. Sie versteckte sich zusammen mit einer jungen Frau in einer Toilette, berichtet CNN. Etwa eine halbe Stunde später wagten die beiden sich heraus und hörten immer noch Schreie und Schüsse. Sie wurden dann zusammen mit rund 30 anderen Menschen in einen Gebetsraum für Frauen gebracht.

«Überall waren schreiende Menschen. Die Leute rannten in Panik in eine Richtung und dann wieder in die andere Richtung», sagt Thomas Kemper, der gerade in Istanbul gelandet war und in der Business Lounge wartete. «Keiner schien zu wissen, was vor sich ging.» Er habe sich 30 oder 40 Minuten in einem Raum hinter der Küche der Lounge versteckt.

«Wie ein Prophet»

Der Attentäter habe plötzlich eine Waffe aus der Jacke gezogen, sagt eine weitere Augenzeugin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. «Dann hat er angefangen, auf die Leute zu schiessen.» Er sei mit Ruhe vorgegangen und «wie ein Prophet» durch die Halle gelaufen.

Istanbul: Terroranschlag im Flughafen«Wir haben Schüsse gehört und uns hinter einem Schalter versteckt», berichten zwei südafrikanische Touristen aus Kapstadt, Paul und Susie Roos. Sie seien auf der Rolltreppe Richtung Abflugebene hochgefahren, als es losging. «Ich habe einen schwarz gekleideten Mann gesehen, der etwa 50 Meter von uns entfernt um sich schoss.» Er habe keine Maske getragen und sei ganz in Schwarz gekleidet gewesen. Er habe auf jeden geschossen, der ihm in die Quere kam.

Die Menschen seien in Panik davongerannt, erzählt er weiter. Der 77-Jährige hörte zwei Explosionen. «Sie waren so stark, dass das ganze Gebäude erschüttert wurde.»

«Es gab eine grosse Explosion. Sie war immens, und innerhalb des Flughafengebäudes sieht es schlimm aus», erzählt ein Mann in einem Video von CCTV News. Er habe zwei Explosionen gehört. «Der Anschlag wurde im internationalen Terminal verübt.»

Menschen flohen auf Landebahn

Eine Frau, die gerade bei der Passkontrolle stand und aus Deutschland angekommen war, warf sich auf den Boden, als sie die Explosionen hörte, berichtet Sky News. «Alle rannten davon, alles war voller Blut, und in den Türen sah ich Einschusslöcher.»

Die Angestellte eines Duty-Free-Geschäfts erzählte ihrem Mann am Telefon, die Leute seien vor den Angreifern sogar auf die Landebahn geflohen.

Ein BBC-Reporter sass während der Anschläge in einem Flugzeug, das auf der Landebahn stand. «Wir werden jetzt offenbar zu einem Hangar gebracht, wir dürfen nicht aussteigen», sagt Mark Lowen, der sich in einem Flugzeug am Flughafen befindet. Draussen sehe er Sicherheitskräfte stehen. Die Stimmung im Flugzeug sei ruhig.

Will Carter erzählt BBC, dass sie drei Explosionen gehört hätten. Es habe keine Möglichkeit gegeben, den Flughafen zu verlassen.

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