Ein Haus auf Abwegen: Die Lust an der Langsamkeit
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Ein Haus auf AbwegenDie Lust an der Langsamkeit

Wegen der Verschiebung des MFO-Gebäudes leuchten nicht nur bei Kindern die Augen. Ganze Seniorengruppen haben sich in Oerlikon versammelt. Doch nicht alle fesselt das Zeitlupenspektakel.

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Die Lust an der Langsamkeit: Zahlreiche Schaulustige haben sich in Zürich-Oerlikon versammelt. (Video: 20 Minuten Online)

Wegen der Verschiebung des MFO-Gebäudes leuchten nicht nur bei Kindern die Augen. Ganze Seniorengruppen haben sich in Oerlikon versammelt. Doch nicht alle fesselt das Zeitlupenspektakel.

Seit Stunden drängen sich hunderte Schaulustige um das MFO-Gebäude, das im Schneckentempo verschoben wird . Darunter auch Rolf Brunner aus Basel: «Obschon nicht wirklich viel passiert, ist die Verschiebung des 120 Jahre alten Backsteinhauses unglaublich faszinierend.»

Es duftet nach Bratwurst

Auf dem Gelände herrscht Volksfeststimmung. Bratwurstduft liegt in der Luft. Aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem nahen Ausland sind vorwiegend Senioren angereist, um die grösste Hausverschiebung Europas zu beobachten.

Während der Mittagszeit wollen auch viele Berufstätige einen Blick auf die Bauarbeiter werfen. Auch zahlreiche Kinder machen grosse Augen: Ganze Schulklassen kämpfen um die besten Plätze am Gitterzaun. Ein Schüler legt seinen Fokus auf ein spezielles Detail: «Ich schaue einfach auf die Räder, die bewegen sich.»

Morgen wird es spannend

«So etwas sieht man nicht jeden Tag», sagt ein Geschäftsmann im Anzug. Sagt es, beisst in sein Sandwich und macht sich nach fünf Minuten wieder auf den Weg ins Büro. Er ist nicht der einzige: Rund zwei Stunden nach dem Startschuss gehen zahlreiche Schaulustige wieder nach Hause.

Richtig spannend wird es am Mittwoch wieder: Um 16.30 Uhr sollte das Backsteinhaus die 60 Meter zurückgelegt haben. «Dann gibt es einen Festakt und wir lassen Riesenballone in die Luft steigen», sagt Peter Lehmann, CIO von Swiss Prime Site. Wenn denn nicht trotzdem noch die Technik versagt. «Ein Restrisiko bleibt bis zum Schluss», sagt Bauleiter Iten.

Ein Haus auf Wanderschaft – die ersten Stunden im Zeitraffer

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