Kilts und Bärte: Die Luzerner Allmend im Schottland-Fieber
Aktualisiert

Kilts und BärteDie Luzerner Allmend im Schottland-Fieber

Auf der Allmend tummelten sich am Wochenende viele bärtige Muskelmänner mit Schottenröcken: Zum ersten Mal fanden die Highland Games in Luzern statt.

von
Angela Schwery
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Der OK-Präsident der Highland Games Luzern: Claudio Lussi (29) aus Luzern.

Der OK-Präsident der Highland Games Luzern: Claudio Lussi (29) aus Luzern.

20 Minuten/as
Die «Königsdisziplin»: das Baumstamm-Drehen.

Die «Königsdisziplin»: das Baumstamm-Drehen.

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Das Steinstossen ist eine weitere Disziplin des Wettkampfs.

Das Steinstossen ist eine weitere Disziplin des Wettkampfs.

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Ein Duft von frisch gebratenem Burgerfleisch und Dudelsack-Klänge steigt den Besuchern am Wochenende auf der Luzerner Allmend in die Nasen und Ohren. Und viele muskelbepackte Männer mit Kilts und Bärten stapfen übers Gelände: Zum ersten Mal wurden in Luzern die Highland Games ausgetragen – ein Wettkampf mit etwas anderen Disziplinen.

«Mit der Erstdurchführung der Highland Games in Luzern möchten wir diese Art von Wettkampf in der Zentralschweiz bekannter machen und etablieren», sagt Claudio Lussi, OK-Präsident der Highland Games Luzern. Der 29-jährige Luzerner ist selbst aktiver Wettkämpfer und hat an den Schweizermeisterschaften im letzten Jahr den dritten Rang erreicht.

«Luzern ist die perfekte Location»

Als Austragungsort eigne sich die Allmend super für diesen Anlass: «Das Ambiente und die Landschaft hier bieten sich dafür sehr gut an», so Lussi. Vor gut einem Jahr hat der Luzerner zusammen mit Kollegen das OK Highland Games Luzern gegründet. Der Organisator ist zufrieden mit der ersten Austragung der Highland Games auf der Allmend: «Rund 2000 Zuschauer sind gekommen, um das etwas andere Spektakel mitzuverfolgen», sagt Lussi. Aber auch die Athleten waren von der Kulisse am Fusse des Pilatus begeistert: «Die Location mit dieser wunderschönen Bergsicht ist der Hammer – mir gefällt es hier zu kämpfen», so Thomas Rhoner aus Zofingen, der schon mehrmals an den Highland Games mitgemacht hat.

Es wurde in Gruppen und einzeln gekämpft

Am Samstag waren die Gruppenwettkämpfe angesagt: 15 sogenannte Clans mit je vier Wettkämpfern haben sich etwa im Axtwerfen, Bogenschiessen oder Seilziehen gemessen. Am Sonntag standen dann die Einzelwettkämpfe an: Rund 70 Teilnehmer – davon elf Frauen – kämpften um das oberste Podest-Treppchen. Bei den Männern gab es zwei Kategorien: A-Heavy und B-Heavy. Zwischen den verschiedenen Kategorien gibt es jeweils verschiedene Gewichte, die es zu stemmen und werfen gilt.

Fünf Disziplinen – ein Sieger

Beim Steinstossen müssen die Wettkämpfer einen Stein so weit wie möglich werfen. Beim Gewicht-Hochwurf gilt es, ein vorgegebenes Gewicht über eine grösstmögliche Höhe zu werfen, beim Gewicht-Weitwurf hingegen muss ein Gewicht möglichst weit geworfen werden.

Bei der Königsdisziplin – dem Baumstamm-Drehen – geht es darum, einen möglichst langen Baumstamm so zu werfen, dass er sich einmal überschlägt und dann möglichst gerade vor dem Athleten landet. Diese Disziplin ist nichts für Milchbubis: Je nach Kategorie können die Baumstämme bis sechs Meter lang und zwischen 40 bis 50 Kilogramm schwer sein. Beim Schottischen Weitwurf müssen die Wettkämpfer ein Gewicht, das an einem Holzstab befestigt ist, möglichst weit werfen.

Die Athleten haben pro Disziplin jeweils drei Versuche, wobei der beste Versuch gezählt wird. Wer am Ende über alle fünf Disziplinen die meisten Punkte geholt hat, hat den Wettkampf gewonnen. Wer in Luzern viele Punkte machte, konnte sich zudem für die Highland Games Schweizermeisterschaften im Oktober in Birmensdorf qualifizieren.

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