Es war die Berkut: Die Maidan-Sniper sind enttarnt
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Es war die BerkutDie Maidan-Sniper sind enttarnt

Die Spezialeinheit Berkut hat während der Maidan-Proteste gezielt auf die Menschen geschossen. Mehr noch: Auch der russische Geheimdienst FSB soll beteiligt gewesen sein.

von
kmo
Mehr als 100 Menschen kamen bei den Demonstrationen auf dem Maidan-Platz ums Leben. Für viele davon wurden Mitglieder der Berkut-Einheit verantwortlich gemacht.

Mehr als 100 Menschen kamen bei den Demonstrationen auf dem Maidan-Platz ums Leben. Für viele davon wurden Mitglieder der Berkut-Einheit verantwortlich gemacht.

Wer waren die Sniper vom Maidan? Diese Frage beschäftigte in den vergangenen Wochen die halbe Welt. Nun hat der ukrainische Geheimdienst die Erkenntnisse seiner Ermittlungen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Schützen waren Mitglieder der «Schwarzen Einheit», einer Spezialtruppe innerhalb der Berkut, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag.

Zwölf Mitglieder der «Schwarzen Einheit» wurden wegen Verdachts auf Massenmord am Mittwoch festgenommen. Den Polizisten wird vorgeworfen, friedliche Demonstranten erschossen zu haben. «Die Polizisten wurden für Sondereinsätze trainiert, zu denen auch die Tötung von Menschen gehört», sagte der Sprecher. «Sie wurden direkt vom Präsidialamt überwacht.»

Russischer Geheimdienst half der Regierung

Ein von der ukrainischen Übergangsregierung in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht macht die abgesetzte Staatsführung für das Blutvergiessen auf dem Maidan verantwortlich: Demnach soll der damalige Präsident Viktor Janukowitsch höchstpersönlich die Aktion angeordnet und geleitet haben.

Unterstützt wurde Janukowitsch bei der Planung dieser sogenannten Anti-Terror-Aktion laut der Generalstaatsanwaltschaft «mit grosser Wahrscheinlichkeit» vom russischen Geheimdiensts FSB. Dies wurde von dem Dienst in Moskau umgehend dementiert.

Janukowitsch bestreitet Schiessbefehl

Der damalige Präsident Viktor Janukowitsch ordnete demnach die tödlichen Schüsse an. Janukowitsch selber hat stets bestritten, den Berkut-Einheiten einen Schiessbefehl erteilt zu haben – zuletzt im Interview mit der Nachrichtenagentur AP vom Mittwoch.

Mehr als 100 Menschen kamen bei den Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch in der Hauptstadt Kiew ums Leben, viele wurden von Scharfschützen der Polizei erschossen. Verantwortlich dafür wurden die Mitglieder der Berkut gemacht. Die Polizei-Organisation wurde Ende Februar aufgelöst.

(kmo/sda)

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