09.09.2020 09:30

Kein LippenstiftDie Maskenpflicht verdirbt der Make-up-Branche das Geschäft

Die Kosmetikindustrie verliert in der Krise Milliarden. Schuld ist die Schutzmaske: Viele verzichten wegen ihr auf Schminke.

von
Barbara Scherer
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Make-up ist in der Corona-Krise nicht gefragt.

Make-up ist in der Corona-Krise nicht gefragt.

imago images/Michael Weber
Schuld ist die Hygienemaske.

Schuld ist die Hygienemaske.

KEYSTONE
Besonders an Beliebtheit hat Lippenstift verloren: Der Absatz brach um fast die Hälfte ein.

Besonders an Beliebtheit hat Lippenstift verloren: Der Absatz brach um fast die Hälfte ein.

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Darum gehts

  • Der Absatz von Lippenstift brach am Weltmarkt in diesem Jahr um fast 50 Prozent ein.
  • Die Hygienemasken verderben der Branche das Geschäft.
  • Der US-Konzern Estée Lauder verzeichnet etwa einen Gewinneinbruch von 60 Prozent.

In der Bahn, in gewissen Läden und teilweise auch im Club: An immer mehr Orten gilt eine Maskenpflicht. Warum also Lippenstift auftragen, wenn der Mund die meiste Zeit verdeckt bleibt? Genau darum verzichten immer mehr Menschen darauf.

So brach der Absatz von Lippenstift am Weltmarkt dieses Jahr um fast die Hälfte ein, wie der Marktforscher NPD Group mitteilt. Auch Grundierungen verkaufen sich schlecht. Laut Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey wird das Geschäft mit Make-up von jährlich 500 Milliarden Euro um fast ein Drittel schrumpfen.

Grosse Gewinnverluste

Bereits verzeichnet die Make-up-Branche starke Verluste: Der US-Konzern Estée Lauder verzeichnet etwa einen Gewinneinbruch von 60 Prozent, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt. Bereits mussten 2000 Jobs gestrichen werden.

Auch das Pariser Unternehmen L’Oréal meldete einen Verlust von 18 Prozent. Beim deutschen Konzern Beiersdorf schmilzt der Gewinn sogar um 24 Prozent.

Alles für die Augen ist gefragt

Doch komplett auf Schminke wird trotz Maske nicht verzichtet: Künstliche Wimpern, Lidschatten und Mascara verkaufen sich auch in der Krise gut. Denn die Maske führe dazu, dass die Augen mehr Aufmerksamkeit bekommen, wie Christophe Masson, Chef von Cosmetic Valley, sagt.

So ist der Absatz für Wimperntusche in manchen Ländern um fast 150 Prozent gestiegen. Auch die Maniküre profitiert vom Maskeneffekt: Nagelpflege sowie künstliche Nägel sind ähnlich gefragt wie Wimperntusche.

Trend zu wenig Make-up

Bereits vor der Pandemie hat Schminke an Beliebtheit verloren: Vor allem junge urbane Frauen verzichten auf Make-up. So schminken sich etwa in Frankreich heute nur 21 Prozent der Frauen im Alter von weniger als 65 Jahren jeden Tag. Vor drei Jahren waren es noch 42 Prozent. Gleichzeitig verlangen immer mehr Kunden nachhaltige Produkte, die einen natürlichen Look verleihen.

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93 Kommentare
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Coronese

10.09.2020, 00:26

Übrigens verdecken die Hygienemasken so manches Elend besser als die teuerste Kosmetik.

Coronese

10.09.2020, 00:19

Ach so die böse Maske mal wieder, dabei verkauft diese Industrie doch Gesichtsmasken :-) ... die wurden einfach durch andere ersetzt. Aber Spass bei Seite, der wahre Grund sind für den Absatzverlust sind die Lockdowns, mit Homeoffie, keine Ausgang... wer schminkt sich da? Und Wegfall von Absatzkanälen wie z.B. Kosmetikstudios und Duty Free Shops, sowie weniger Geld für "nice to have" in der Krise.

Janis

09.09.2020, 13:22

Es ist nun Zeit die Maskenpflicht zu beenden. Sie hat auf die Anzahl C-Todesfälle keinen Einfluss.