21.08.2018 21:57

ETH-ForscherDie Maya schaufelten ihr eigenes Grab

Wald roden, um Platz für Äcker zu schaffen – das machten schon die Maya so. Mit schwerwiegenden Folgen.

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Kalakmul war einst eine mächtige Maya-Stadt: Zu Hochzeiten lebten hier 60'000 Menschen. Doch vor rund 1000 Jahren kam es zum Zusammenbruch der Kultur. Mit dazu beigetragen haben ...

Kalakmul war einst eine mächtige Maya-Stadt: Zu Hochzeiten lebten hier 60'000 Menschen. Doch vor rund 1000 Jahren kam es zum Zusammenbruch der Kultur. Mit dazu beigetragen haben ...

Getty Images/Kenneth Garrett
... dürften die Waldrodungen der Maya. Das berichtet ein Forscherteam unter Beteiligung der ETH Zürich im Fachjournal «Nature Geoscience». «Das Ökosystem scheint grundlegend verändert worden zu sein und sich nie erholt zu haben», sagt Geo-Chemiker Peter Douglas von der McGill University.

... dürften die Waldrodungen der Maya. Das berichtet ein Forscherteam unter Beteiligung der ETH Zürich im Fachjournal «Nature Geoscience». «Das Ökosystem scheint grundlegend verändert worden zu sein und sich nie erholt zu haben», sagt Geo-Chemiker Peter Douglas von der McGill University.

Getty Images/dea / Biblioteca Ambrosiana
Durch den verschwindenden Wald habe der Boden weniger Kohlenstoff speichern können, wodurch die Äcker unfruchtbar geworden seien. Bis heute speicherten die Böden weniger weniger Kohlenstoff als in der Zeit vor der Abholzung, was auch für das Klima Folgen habe.

Durch den verschwindenden Wald habe der Boden weniger Kohlenstoff speichern können, wodurch die Äcker unfruchtbar geworden seien. Bis heute speicherten die Böden weniger weniger Kohlenstoff als in der Zeit vor der Abholzung, was auch für das Klima Folgen habe.

Getty Images/Reda&co

Es ist Tausende Jahre her, dass die Maya Regenwälder abholzten, um Städte zu bauen und Felder anzulegen, aber die Folgen für die Umwelt sind noch immer messbar. Die Böden im ehemaligen Siedlungsgebiet des zentralamerikanischen Volks speichern bis heute weniger Kohlenstoff als in der Zeit vor der Abholzung, wie ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der ETH Zürich herausgefunden hat.

«Das Ökosystem scheint grundlegend verändert worden zu sein und sich nie erholt zu haben», sagte Geo-Chemiker Peter Douglas von der McGill University in Montreal, der die im Fachmagazin «Nature Geoscience» veröffentlichte Studie gleitet hatte.

Wichtige Kohlenstoffspeicher

Böden zählen zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern unseres Planeten, wie die Wissenschaftler schreiben. Sie nehmen das Element etwa aus abgestorbenen Blättern, Wurzeln und Ästen auf. Zugleich geben sie das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre ab. Das Erdreich hat somit auch eine grosse Bedeutung für den Klimawandel.

Wie viel Kohlenstoff unterirdisch lagert, ist ausserdem wichtig für die Landwirtschaft. Sind die Vorkommen gering, werden die Äcker unfruchtbar. Als die Maya die Bäume auf der Halbinsel Yucatán fällten, trugen sie laut dem Stand der Forschung zu ihrem eigenen Untergang bei.

Die ersten Felder legte das Volk vor rund 4000 Jahren an. Vor 1000 Jahren kam es zum Zusammenbruch der Maya-Gesellschaft. Der gerodete Wald wuchs nach, dennoch kann der Boden in der Region, die heute zu Mexiko, Belize und Guatemala gehört, seine Funktion als sogenannte Kohlenstoffsenke nicht mehr voll erfüllen, wie der Forscher Douglas erklärte. Das sei ein überraschendes Ergebnis. Die Experten hatten für ihre Studie Bodenproben vom Grund mehrerer Seen im ehemaligen Maya-Reich analysiert.

Einblick in langfristige Entwicklung

Bisher war dem Team zufolge weitgehend unbekannt, wie sich die Kohlenstoffspeicher der Erde über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende veränderten. Die neue Untersuchung gewähre nun erste Einblicke. Sie zeige, dass der Wandel «dramatisch» sein könne.

Zudem unterstreiche die Studie, dass auch der Umgang mit Böden beeinflusse, wie viel Treibhausgas in die Atmosphäre gelange. «Es wäre grossartig, nun auch in anderen Regionen tropische Wälder zu analysieren», sagte Douglas. So liesse sich herausfinden, ob Rodungen und Ackerbau die Kohlenstoffspeicher weltweit beeinflusst hätten. (fee/sda)

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