Massnahmen des Bundesrats – Die meisten Fitnesscenter werden auf 2G umstellen
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Massnahmen des Bundesrats Die meisten Fitnesscenter werden auf 2G umstellen

Fitnesscenter und Clubs werden mehrheitlich wohl nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich sein. Auch in anderen Branchen könnte sich die 2G-Regel durchsetzen.

von
Claudia Blumer
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Fitnessstudios in Zeiten der Zertifikatspflicht. Urs Balmer, Chef des self-fitness in Münsingen gibt Auskunft.

Fitnessstudios in Zeiten der Zertifikatspflicht. Urs Balmer, Chef des self-fitness in Münsingen gibt Auskunft.

Barbara Héritier
Neu gilt das bisherige Zertifikat nicht mehr – die meisten Fitnesscenter werden von ihren Kundinnen und Kunden eine Impf- oder Genesenen-Bescheinigung verlangen.

Neu gilt das bisherige Zertifikat nicht mehr – die meisten Fitnesscenter werden von ihren Kundinnen und Kunden eine Impf- oder Genesenen-Bescheinigung verlangen.

Tamedia
Auch Clubs werden zur 2G-Regel wechseln. Denn ansonsten gilt bei ihnen Maskenpflicht sowie Konsumation im Sitzen.

Auch Clubs werden zur 2G-Regel wechseln. Denn ansonsten gilt bei ihnen Maskenpflicht sowie Konsumation im Sitzen.

privat

Darum gehts

  • Der Bundesrat ermöglicht die 2G-Regel für Firmen, die es wollen. Die Maskenpflicht entfällt bei diesen Firmen.

  • Bars und Clubs werden dies nutzen, ebenso die meisten Fitnesscenter.

  • Auch für andere Branchen, die wenig Möglichkeiten für Homeoffice haben, könnte die 2G-Regel eine gute Option sein, sagt Fredy Greuter vom Arbeitgeberverband.

Ab Montag gelten neue Regeln zur Bekämpfung der Pandemie. Unter anderem führt der Bundesrat die Möglichkeit einer 2G-Regelung für alle öffentlichen Einrichtungen mit Zertifikatspflicht sowie für alle Veranstaltungen innen und aussen ein. Diese Einrichtungen haben neu die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren und im Gegenzug auf die Maskenpflicht zu verzichten. «Geimpfte und Genesene Personen sind deutlich weniger ansteckend und nach einer Ansteckung mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit vor einem schweren Verlauf oder einer Hospitalisation geschützt», schreibt der Bundesrat in seiner Medienmitteilung vom Freitag.

Die Bar- und Clubkommission Schweiz ist deswegen in heller Freude: Sie hatte die 2G-Möglichkeit anstelle einer 3G-Pflicht mit sitzender Konsumation und Maskenpflicht gefordert. Viele Bars und Clubs werden demnach auf 2G umsteigen, weshalb die Branche vor allem in ländlichen Gegenden einen Besucherrückgang befürchtet.

«Maske im Fitness ist ein Risikofaktor»

Auch wer ins Fitnesscenter geht, wird künftig wohl geimpft oder genesen sein müssen. «Wir werden mehrheitlich auf 2G setzen», sagt Claude Ammann, Sprecher des schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenterverbands. Es bliebe der Branche nichts anderes übrig: «Die WHO hat schon vor Monaten bestätigt, dass Masken beim Sport ein Gesundheitsrisiko sind.» Es bestehe die Gefahr einer ungenügenden Sauerstoffaufnahme, dadurch könnten Übungen nicht richtig ausgeführt werden und es steige die Gefahr von Verletzungen und Unfällen.

Auch er selbst werde von der heutigen 3G- zur 2G-Regel wechseln, sagt Claude Ammann, der in Zuchwil SO ein Gesundheitscenter mit 15 Angestellten betreibt. «Leider werden wir durch diese zusätzliche Auflage nochmals fünf bis zehn Prozent unserer Kundschaft verlieren», sagt Ammann. Es würden einmal mehr die Massnahmen verschärft, ohne dies finanziell abzufedern. «Die KMU in der Schweiz werden der Pandemie geopfert.»

Es stellt sich die Frage, ob sich 2G auch in weiteren Unternehmen durchsetzen wird. «Die Botschaft des Bundesrats ist für uns nicht ganz klar», sagt Fredy Greuter vom Arbeitgeberverband. Eine Nachfrage beim Bund sei deshalb pendent. Doch gesetzt den Fall, dass alle Unternehmen die Möglichkeit hätten, 2G einzuführen, käme dies laut Greuter wohl vor allem in Betrieben mit wenig Homeoffice-Möglichkeiten zum Tragen, etwa in der Industrie oder im Detailhandel.

Man müsse sich bewusst sein, dass Homeoffice bei 60 Prozent der Arbeitsplätze keine Option sei, sagt Greuter. Für diese Firmen sei eine 2G-Regel unter Umständen eine praktische Option, wenn dadurch die Maskenpflicht hinfällig wird.

Im Kino weniger ein Thema

Die Kinobranche werde die neuen Regeln zuerst genau überprüfen, sagt René Gerber, Generalsekretär von Pro Cinema. Grundsätzlich komme die 2G-Regel in Kinos wohl nur für spezielle Anlässe in Frage, damit man dann an Stehtischen konsumieren kann.

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