Die meisten Schweizerinnen arbeiten Teilzeit
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Die meisten Schweizerinnen arbeiten Teilzeit

Über die Hälfte der Schweizer Frauen haben 2006 Teilzeit gearbeitet. Damit liegen sie im internationalen Vergleich auf dem zweiten Platz.

Immer mehr Schweizer Frauen arbeiten. Ihre Erwerbsquote stieg zwischen 2001 und 2006 um 1,5 auf 74,7 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Den Grund sieht es in der vermehrten Teilzeitarbeit.

Da in der Erwerbsquote auch die arbeitslosen Frauen eingerechnet sind, liegt der Anteil der effektiv erwerbstätigen Schweizerinnen bei 71,1 Prozent. Von ihnen arbeiteten 2006 über die Hälfte Teilzeit (57,9 Prozent).

Damit liegen sie im europäischen Vergleich auf dem zweiten Platz, wie die BFS-Studie zeigt. Nur in den Niederlanden sind mit einem Anteil von 74,6 Prozent mehr Frauen teilzeiterwerbstätig.

Im Durchschnitt arbeiten in der EU nur knapp ein Drittel der Frauen (32,4 Prozent) Teilzeit. Allen Ländern gemeinsam ist hingegen, dass mehr Frauen teilzeitbeschäftigt sind als Männer: In der Schweiz machen sie 81 Prozent aller Teilzeiterwerbstätigen aus.

Die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen nimmt gemäss Studie in den europäischen Arbeitsmärkten laufend zu. In den Jahren 2001 bis 2006 stieg der Anteil in der EU um 17,8 Prozent, in der Schweiz um 8,2 Prozent. Diese Zunahme stehe im Zusammenhang mit dem Ausbau der Teilzeitarbeit und umgekehrt, schreibt das BFS.

Dienstleistungssektor am besten geeignet

Durch das Angebot an Teilzeitstellen könnten Frauen mit Familienpflichten arbeiten. In der Schweiz begünstigt laut BFS zudem der flexible, nicht überregulierte Arbeitsmarkt einen überdurchschnittlich hohen Anteil Teilzeiterwerbstätiger.

Am besten geeignet für Teilzeitarbeit ist laut Studie der Dienstleistungssektor. 85,8 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten deshalb im tertiären Sektor.

Der Anteil vollzeiterwerbstätiger Frauen hingegen nahm zwischen 2001 und 2006 sowohl in der EU (+ 2,6 Prozent) wie auch in der Schweiz (+ 1,4 Prozent) nur gering zu. Auffallend ist insbesondere der unterschiedliche Anteil der Altersgruppen der Schweizerinnen bei der Vollzeiterwerbstätigkeit.

Während von den 15- bis 24-Jährigen fast die Hälfte (44,6 Prozent) Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen in der mittleren Altersgruppe (25- bis 49 Jahre) weniger als ein Drittel (29,9 Prozent). Gleichzeitig steigt laut BFS bei diesen Frauen die Bedeutung der Teilzeitarbeit.

Sechster Platz mit Frauenanteil

2006 betrug die Erwerbsquote bei den 15- bis 64-jährigen Schweizerinnen und Schweizern 81,2 Prozent. Die Erwerbsbeteiligung der Männer lag bei 87,8 Prozent und bei den Frauen bei 74,7 Prozent. Mit diesem Frauenanteil belegt die Schweiz im europäischen Vergleich den sechsten Platz.

Nur in den nordischen Staaten Island, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland liegt die Erwerbsbeteiligung der Frauen noch höher. Obwohl die Erwerbsquote der Frauen zugenommen habe, liege sie in allen Ländern Europas nach wie vor unter jener der Männer, schreibt das BFS weiter. 2006 machten die Frauen 45,9 Prozent der erwerbtätigen Personen in der Schweiz aus. (sda)

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