Vor der Papstwahl: «Die meisten sind froh, nicht gewählt zu werden»
Aktualisiert

Vor der Papstwahl«Die meisten sind froh, nicht gewählt zu werden»

Heute beginnt die Papstwahl. Mario Galgano, einziger Deutschschweizer bei Radio Vatikan, über Ratzingers Rücktritt, die dunklen Kapitel seines Pontifikats und die Papabili.

von
A. Fumagalli
Rom

Wer die Redaktionsräumlichkeiten von Radio Vatikan betritt, verlässt genau genommen den Schengen-Raum – das altehrwürdige Haus gegenüber der Römer Engelsburg gehört zum Staatsgebiet des Vatikans. Knapp 300 Redaktoren aus über 60 Ländern arbeiten hier. Mario Galgano (33) ist der einzige aus der Deutschschweiz.

Herr Galgano, wie gläubig muss man sein, um bei Radio Vatikan zu arbeiten?

Mario Galgano: Eine christliche Grundeinstellung gehört sicher dazu. In erster Linie sind wir aber Journalisten und dürfen durchaus auch kritisch über die katholische Kirche berichten.

Wie geht das? Der Vatikan ist mit Abstand Ihr grösster Geldgeber.

Das hört sich wie ein Widerspruch an, ich weiss. Wir halten uns an die Spielregeln, aber ich kann Ihnen versichern, dass wir redaktionell unabhängig sind.

Gibt es überhaupt genügend Themen aus dem Vatikan, um täglich mehrere Info-Sendungen zu produzieren?

In aller Regel schon. Der Papst trifft fast täglich unterschiedliche Leute, das ist ein grosser Fundus an Geschichten. Wir berichten aber auch ausführlich über weltliche Themen.

Und Sie halten dabei für die Schweiz die Fahne hoch?

Ich arbeite für den deutschsprachigen Dienst, da werden selbstverständlich auch Schweizer Ereignisse abgedeckt. Über die wichtigsten Abstimmungen berichten wir ausführlich. Ich sehe es als meine Aufgabe an, die vielen Vorurteile gegenüber der Schweiz abzubauen. Gleichzeitig will ich unserem Land den Vatikan näherbringen. In Deutschland und auch in Österreich haben wir allerdings klar mehr Hörer.

Unter welchen Umständen haben Sie vom Rücktritt von Benedikt XVI. erfahren?

Wir waren gerade in einer Sitzung, als die Agenturmeldung hereinkam. Obwohl wir nahe am Geschehen sind, waren auch wir völlig perplex. Damit hat niemand gerechnet. Von da an war es natürlich das absolut dominierende Thema und wir haben sofort mit Sondersendungen begonnen.

Bedauern Sie seinen Schritt?

Obwohl sein Pontifikat kurz war, hat er Akzente setzen können. Die Auslandsreisen waren durchs Band ein Erfolg. Aber selbstverständlich bleiben auch dunkle Kapitel an seiner Amtszeit hängen, etwa die Regensburger Rede oder die Vatileaks-Affäre.

Haben Sie den Papst persönlich getroffen?

Ja, mehrfach. Ich glaube allerdings nicht, dass er mich erkennen würde.

Sie sind so nahe an den Kardinälen dran wie sonst kaum jemand. Wer wird neuer Papst?

Schwierige Frage. Das Rennen ist sicher offener als letztes Mal. Die Medien präsentieren nun laufend angebliche Favoriten, ich würde allerdings auf keinen von ihnen viel Geld setzen. Die Kardinäle lassen sich nicht durch Gerüchte beeinflussen und während des Konklaves haben sie ohnehin keinen Zugang zu Informationsquellen. Der erste Wahlgang von heute Nachmittag dürfte richtungweisend sein. Wenn da einer einen grossen Vorsprung hat, ist er nur noch schwer einzuholen.

Wer ist ihr persönlicher Favorit?

Das ist Berufsgeheimnis (lacht).

Sie könnten diplomatisch «mein Landsmann» sagen.

Kurt Koch hat durchaus Chancen, es ist wirklich alles möglich. Für ihn gilt allerdings in besonderem Mass, was für die meisten Kardinäle gilt: Er wäre wohl froh, wenn er nicht zum Papst gewählt würde.

Vor Beginn des Konklaves zur Wahl eines neuen Papstes haben sich am Vormittag vor dem Petersdom in Rom versammelt. Dort begann um 10.00 Uhr die vom Kardinaldekan Angelo Sodano gelesene Sondermesse «Pro eligendo Pontifice» («Zur Wahl des Pontifex»). Am Nachmittag sollen sich die 115 wahlberechtigten Kardinäle in einer Prozession in die Sixtinische Kapelle im Vatikan begeben, um einen neuen Papst zu wählen. Bevor es dann dort zum ersten Wahlgang kommt, legen die Kardinäle einen Eid ab. Es wurde erwartet, dass aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt. Sollte dieser schwarz sein, bedeutet dies, dass noch kein Papst gewählt ist.

Vor Beginn des Konklaves zur Wahl eines neuen Papstes haben sich am Vormittag vor dem Petersdom in Rom versammelt. Dort begann um 10.00 Uhr die vom Kardinaldekan Angelo Sodano gelesene Sondermesse «Pro eligendo Pontifice» («Zur Wahl des Pontifex»). Am Nachmittag sollen sich die 115 wahlberechtigten Kardinäle in einer Prozession in die Sixtinische Kapelle im Vatikan begeben, um einen neuen Papst zu wählen. Bevor es dann dort zum ersten Wahlgang kommt, legen die Kardinäle einen Eid ab. Es wurde erwartet, dass aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt. Sollte dieser schwarz sein, bedeutet dies, dass noch kein Papst gewählt ist.

Vor Beginn des Konklaves zur Wahl eines neuen Papstes haben sich am Vormittag vor dem Petersdom in Rom versammelt. Dort begann um 10.00 Uhr die vom Kardinaldekan Angelo Sodano gelesene Sondermesse «Pro eligendo Pontifice» («Zur Wahl des Pontifex»). Am Nachmittag sollen sich die 115 wahlberechtigten Kardinäle in einer Prozession in die Sixtinische Kapelle im Vatikan begeben, um einen neuen Papst zu wählen. Bevor es dann dort zum ersten Wahlgang kommt, legen die Kardinäle einen Eid ab. Es wurde erwartet, dass aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt. Sollte dieser schwarz sein, bedeutet dies, dass noch kein Papst gewählt ist.

Papst-Quiz

Welche Kardinäle dürfen den neuen Papst wählen? Wie viele Wahlgänge finden an einen Tag statt? Und wo wird eigentlich die ominöse Papstkrone aufbewahrt? Spielen Sie das Quiz und erfahren Sie Spannendes rundum das Konklave!

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