Experte berichtet aus Nepal - «Die meisten Städte abgeriegelt, es herrscht bedrückende Stille»
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Experte berichtet aus Nepal«Die meisten Städte abgeriegelt, es herrscht bedrückende Stille»

Die Zahl der Toten steigt rasant. Opfer werden an Flussufern verbrannt, Angehörige versorgen ihre Nächsten selber. Ein Helfer vor Ort berichtet für 20 Minuten von der Lage in Nepal.

von
Angela Rosser
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Die Sterblichkeitsrate steigt täglich und das Krematorium ist voll. Verstorbene werden am Flussufer verbrannt.

Die Sterblichkeitsrate steigt täglich und das Krematorium ist voll. Verstorbene werden am Flussufer verbrannt.

AFP
Es mangelt an Allem, von Masken bis zu Beatmungsgeräten. Aufgrund der gestrichenen Flüge ist Hilfe von aussen schwierig.

Es mangelt an Allem, von Masken bis zu Beatmungsgeräten. Aufgrund der gestrichenen Flüge ist Hilfe von aussen schwierig.

REUTERS
Die Gemeinden haben begonnen, Isolationszentren und provisorische Fieberkliniken einzurichten, aber es fehlt an medizinischer Grundausstattung. Verwandte versorgen ihre Angehörigen selbst, da es zu wenig medizinisches Personal gibt.

Die Gemeinden haben begonnen, Isolationszentren und provisorische Fieberkliniken einzurichten, aber es fehlt an medizinischer Grundausstattung. Verwandte versorgen ihre Angehörigen selbst, da es zu wenig medizinisches Personal gibt.

REUTERS

Darum gehts

  • Die Sterberate aufgrund von Corona steigt in Nepal täglich.

  • Spitäler sind überfüllt und die medizinische Versorgung eingeschränkt.

  • Gestrichene Flüge erschweren die Hilfe von aussen.

Wie in Indien spitzt sich die Lage auch in Nepal immer weiter zu. Seit dem 3. Mai steht das Land ebenfalls auf der Schweizer Quarantäneliste, Flüge werden gestrichen und das Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen. Katrin Hafner, Medienverantwortliche bei Helvetas, hat für 20 Minuten mit Bharat Pokharel gesprochen. Pokharel ist Leiter des Helvetas-Programms in Nepal. Zu der aktuellen Lage sagt er: «Die Menschen sind nervös, verängstigt, traurig und hilflos. Ganze Familien sind infiziert, die meisten Städte abgeriegelt und es herrscht bedrückende Stille. Neben Fahrzeugen für Lebensnotwendiges, wie zum Beispiel Wassertanks, sind nur noch Krankenwagen auf den Strassen.»

Beängstigende Lage

Während Versorgungsketten unterbrochen sind, das medizinische Personal erschöpft ist und die Betten voll, steigt die Sterblichkeitsrate täglich. «Die meisten Patienten brauchen Sauerstoff. Doch der Hauptlieferant Indien hat die Versorgung gestoppt, weshalb der Schwarzmarkt mit dem Handel von medizinische Gütern blüht», erzählt der Entwicklungsexperte weiter. Neue Patienten würden in Notzelten, am Boden oder unter Treppen behandelt. Viele sterben auf dem Weg ins Spital. Aufgrund der immensen Anzahl der Toten habe die Armee begonnen, die Leichen am Ufer des Bagmati-Flusses in Kathmandu zu verbrennen, statt sie in das Krematorium zu bringen.

«Hilfe von aussen ist fast unmöglich»

Um die Grundausstattung in den gemeindeeigenen Zentren sei es ebenfalls schlecht bestellt, sagt Pokharel. Viele Menschen verfügten weder über grundlegende Ausrüstung wie Masken, Thermometer noch über Desinfektionsmittel. Die meisten Kranken in Isolation leiden wegen fehlender Sauerstoffhilfe unter Atemproblemen. «Da derzeit keine Flüge landen dürfen und viele Mitarbeiter von Hilfsorganisationen von zu Hause aus arbeiten müssen, gestaltet sich die Hilfe von aussen schwierig», so Pokharel.

Mitarbeiter vor Ort und Partner von laufenden Entwicklungshilfsprojekten der Schweizer Regierung und von NGOs, wie Helvetas, planen nun Massnahmen wie die Verteilung von Nothilfe-Kits mit Masken, Seifen, Desinfektionsmitteln, aber auch medizinischer Schutzausrüstung und Sauerstoff, wie Pokharel berichtet.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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