Ressourcen aufgebraucht: «Die Menschheit bräuchte jedes Jahr 1,7 Erden»
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Ressourcen aufgebraucht«Die Menschheit bräuchte jedes Jahr 1,7 Erden»

Ab Montag lebt die Menschheit auf Kredit ihres Planeten. Laut WWF ist das Ernährungsverhalten verantwortlich für 19 Prozent der Treibhausgas-Emissionen.

von
bee
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Die Schweizer sind Vielflieger, sie legen im Schnitt jährlich 9000 Kilometer in der Luft zurück.

Die Schweizer sind Vielflieger, sie legen im Schnitt jährlich 9000 Kilometer in der Luft zurück.

Keystone/Valentin Flauraud
Ein Flug mit dieser Strecke, etwa Zürich - Doha, verursacht einen CO2-Fussabdruck von 1700 Kilogramm pro Person. Wer auf die Malediven fliegt, ist für einen CO2-Emissionen von 2900 Kilogramm verantwortlich.

Ein Flug mit dieser Strecke, etwa Zürich - Doha, verursacht einen CO2-Fussabdruck von 1700 Kilogramm pro Person. Wer auf die Malediven fliegt, ist für einen CO2-Emissionen von 2900 Kilogramm verantwortlich.

Keystone/Steffen Schmidt
Ein durchschnittlicher Fleischesser verursacht einen Fussabdruck von 1837 Kilogramm CO2.

Ein durchschnittlicher Fleischesser verursacht einen Fussabdruck von 1837 Kilogramm CO2.

Keystone/Melanie Duchene

Am (morgigen) Montag, nach nur knapp sieben Monaten von 2019, hat die Menschheit mehr konsumiert als die Erde nachhaltig in einem Jahr produzieren kann. Das ist früher als im vergangenen Jahr, wie die Umweltorganisation WWF mitteilt.

Pflege jeder und jede einen Lebensstil wie die Schweizer, bräuchte die Menschheit jedes Jahr rund drei Planeten, um ihren Bedarf zu decken, hiess es in der Mitteilung des WWF Schweiz vom Sonntag.

Wälder abgeholzt, Flüsse verunreinigt, Arten dezimiert: Das Datum des sogenannten Erdüberlastungstages ist nach Berechnung der Denkfabrik Global Footprint Network so weit nach vorne im Kalender gerückt wie noch nie. Rein rechnerisch beanspruchte die Weltbevölkerung die Ressourcen von 1,7 Erden.

Ressourcen können nicht mehr nachwachsen

Vor 20 Jahren lag der Tag, ab dem die Menschen aus ökologischer Sicht über ihre Verhältnisse leben, noch im Oktober. 2018 war es der 1. August. Vom Welterschöpfungstag an werden Ressourcen verbraucht, die nicht mehr im Lauf des Jahres nachwachsen. Vor allem der Lebensstil in reichen Industrienationen belastet das Konto. Ärmere Länder gleichen es noch ein wenig aus.

In der Schweiz ist laut WWF das Ernährungsverhalten verantwortlich für 19 Prozent der Treibhausgas-Emissionen und 28 Prozent der privaten Umweltverschmutzung. Wer nur drei Mal in der Woche Fleisch esse, reduziere den ökologischen Fussabdruck um ein Fünftel – im Bereich Nahrung.

Die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen ist laut WWF seit den 70er-Jahren feststellbar. Dazu trügen die Menschen in der Schweiz ihren Teil bei: Sie fliegen im Mittel dreimal so oft wie andere EU-Bürger. Damit steige der CO2-Ausstoss, der den Klimawandel hauptsächlich verursache.

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