Aktualisiert 20.10.2011 17:34

HochstaplerinDie «Mental»-Trainerin

Marlene Krenn wirbt damit, als Mental-Trainerin Formel-1-Pilot Sebastian Vettel und die spanische WM-Elf betreut zu haben. Blöd nur, dass die Superstars nichts davon wissen.

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Die internationale Sportprominenz hat noch nie etwas von Marlene Krenn gehört (Keystone/AFP).

Die internationale Sportprominenz hat noch nie etwas von Marlene Krenn gehört (Keystone/AFP).

Die Österreicherin Marlene Krenn hat auf ihrer Webseite damit geworben haben, Trainingsmethoden à la Hermann Maier und Lindsey Vonn anzuwenden. Wie genau ihr Mentaltraining aber ausschaut, ist nicht bekannt. Zudem haben die beiden Ski-Cracks noch nie etwas von Krenn gehört.

Es kommt aber noch dicker: Laut einem Artikel der Kronen Zeitung hat sie sich in ihrer E-Mail-Signatur als «offizieller Mentalcoach des Formel- 1-Weltmeisters Sebastian Vettel sowie des Fussballweltmeisters Spanien» bezeichnet. Dies, obwohl sie Vettel noch nie persönlich getroffen hat.

Weltweite Kontakte

Auf ihrer Homepage ist heute nichts mehr von diesen Top-Referenzen zu sehen. Krenn macht aber dennoch auf ihren berühmten Kundenstamm aufmerksam - ohne Namen zu nennen: «Wenn Sie Interesse an meinen vielfältigen Referenzen rund um den Globus haben, mache ich Ihnen gerne Kontakte zu meinen Firmenkunden und Einzelklienten im In- und Ausland, damit Sie sich persönlich ein Bild machen können.»

One-Touch-Football mit Messi und Iniesta

Blöd nur, dass die Sportler ihre Erfolge nicht im Geringsten mit der Österreicherin teilen wollen. Hermann Maiers Management dementiert, der Red-Bull-Pilot kennt sie nicht, auch der spanische Fussballverband weiss von einer Zusammenarbeit nichts. Trotz des starken Gegenwinds hält Krenn weiter daran fest. Hermann Maier habe sie nie persönlich betreut, sie verwende nur seine Methoden. Dass der Weltmeister aus Spanien nichts wissen will, sei ebenfalls zu erwarten gewesen. Sie habe nämlich nur die einzelnen Top-Stars betreut und diese mit Namen zu nennen, sei nicht möglich.

Selber einem Hochstapler auf den Leim gegangen

Dass sie den Namen ihres angeblichen Schützlings Sebastian Vettel ohne zu zögern genannt hat, geht laut Krenn in Ordung. Sebastian Vettel habe ihr das erlaubt. Erst kürzlich habe sich der frisch gebackene Weltmeister noch bei ihr gemeldet. «Er hat mir noch am Sonntag nach seinem Titel eine Mail geschrieben», so die 31-Jährige gegenüber der «Bild». Allerdings sei diese Mail nicht vom Account des Deutschen gekommen, wie Vettels Sprecherin Britta Roeske betont.

Nun hat sich tatsächlich herausgestellt, dass die beiden noch nie Kontakt hatten. Dies ist auch der Mental-Trainerin mittlerweile bewusst: Es habe sich herausgestellt, dass es sich nur um einen neidischen Kollegen gehandelt habe, der sie hereingelegt habe. Dies, obwohl die 31-Jährige vor rund zwei Wochen noch davon überzeugt war, den «echten» Vettel zu betreuen.

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