Aktualisiert 20.10.2011 17:17

Reise-ChaosDie mühselige Odyssee der BVB-Fans

Der Fluglotsenstreik in Griechenland lässt Dortmunds Rückkehr nach dem Auswärtsspiel in Piräus zur Geduldsprobe werden. Auch die Fans nehmen enorme Reisestrapazen auf sich.

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Die Dortmund-Fans haben die umständliche Reise nach Piräus angetreten - und sind angekommen.

Die Dortmund-Fans haben die umständliche Reise nach Piräus angetreten - und sind angekommen.

Die Uefa sah bis am vergangenen Montag keinen Grund, die Champions-League-Partie zwischen Olympiakos Piräus und Borussia Dortmund zu verlegen. Auch nicht aufgrund des auf Mittwochabend angekündigten Fluglotsenstreiks in Griechenland. So machte sich der BVB am Dienstag auf in Richtung Athen. Beim Hinflug hat wie erwartet alles geklappt, grössere Sorgen bereitet der für heute geplante Rückflug nach Dortmund. Es wurden alle für Mittwoch und Donnerstag vorgesehenen Flüge von und nach Griechenland gestrichen.

Die BVB-Verantwortlichen haben gemäss Angaben auf der BVB-Webseite einen Plan B und C in der Tasche. Wenn die Fluglotsen ihren Streik tatsächlich bis Donnerstag ausweiten, dann startet der Flieger erst gegen 23 Uhr abends. Auch hat sich die Mannschaft darauf eingestellt, eine Nacht länger in Griechenland zu verweilen. «Das ist ärgerlich, aber zugleich auch nicht zu ändern», sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf der Internetseite der Borussen. Es ist aber immer noch möglich, dass die Reise wie geplant verläuft und das Flugzeug heute Nachmittag in Dortmund landet. Trotz des Generalstreiks. Die Mannschaft rechnet wohl mit einer Verspätung. So hat der Materialwart Trainingssachen für mindestens drei Einheiten eingepackt. Jürgen Klopp könnte sein Team in Griechenland auf die Bundesliga-Partie gegen Köln vorbereiten.

Von Münster bis Athen

Auch die Fans hatten durch den Streik eine mühselige Anreise. Rund 1600 BVB-Fans haben sich Tickets für das CL-Spiel in Piräus ergattert. Wieviele es tatsächlich ans Spiel gestern Abend geschafft haben, ist unklar. Aufgrund des Generalstreiks sind viele nicht gekommen oder irgendwo stecken geblieben. Tristan, Jakob und Marcel aus Münster haben es auf jeden Fall geschafft. Was Fussballfans alles auf sich nehmen, teilen die drei Männer derzeit der Fussball-Zeitung «Heimspiel-online» mit. Dort tickern sie von ihren Erlebnissen.

BVB-Jungs machen den Brückenschuss

Treffen in Münster, Lagebesprechung. Um 15.10 Uhr geht der Zug nach Düsseldorf. Dort ist gegen 18.00 Uhr der Flug nach Amsterdam geplant. Von dort geht es um 20.30 Uhr weiter nach Athen. Planmässige Landung in der griechischen Hauptstadt: 00.40 Uhr Ortszeit. Das war der aufgrund des Generalstreiks geschmiedete Plan für die Hinresie. Zwischen Programmpunkt zwei und drei musste aber kurz nach Abreise umdisponiert werden: Der Flug von Amsterdam nach Athen wurde nämlich gestrichen. Am Flughafen Düsseldorf angekommen, mussten sich die drei Fans umentscheiden. Paris wurde kurzerhand als neuer Zwischenhalt ausgesucht.

Weidenfeller spricht englisch

Mit dem Auto wären es 2709 Kilometer

In Athen angekommen, vergnügten sich die Fans mit Sightseeing - abseits von den Krawallen in der Stadt. Am nächsten Tag stand dann endlich das Spiel auf dem Programm. Die drei Borussen wurden mit einem Extrabus zum Stadion ins Athener Hafenviertel Piräus chauffiert. Der BVB stellte dafür extra Busse bereit, da der öffentliche Verkehr in Athen kaum funktionierte. Im Gegensatz zu ihnen, sind andere Fans weit umständlicher gereist. Einige haben nach Sofia Flüge gebucht und bestritten die knapp 800 Kilometer von dort mit dem Mietwagen. Andere sassen am Dienstagabend in ihren Autos in Mazedonien fest, die Grenzen waren zu. Auch Fähren liefen keine mehr aus: Benzinmangel. Mit dem Auto hätten die drei Fans aus Münster übrigens satte 2709 Kilometer zurücklegen müssen.

So waren sie froh, als sie wohl behütet im Karaiskakis-Stadion ankamen und sahen: Es waren mehr BVB-Fans im Stadion, als man hätte denken können. Der BVB-Block war bei Anpfiff zwar nicht voll, dennoch sehr gut besetzt. Die Freude der Anhänger war aber nach 90 Minuten wie weggeblasen. Das Spiel ging mit 1:3 verloren und der BVB kann seine CL-Träume nach dieser Pleite wohl begraben. Über die Niederlage gegen Olympiakos konnten sich Tristan, Jakob und Marcel aber zu diesem Zeitpunkt nicht ärgern. Sie mussten sich um die Rückreise kümmern. Der Rückflug steht für Freitagabend auf dem Programm. Ob und wann es in die Heimat geht, wissen die treuen BVB-Fans noch nicht.

Auch Schalke von Streik betroffen

Nicht nur die Dortmunder Fans haben Probleme mit dem Fluglotsenstreik in Griechenland. Eine Reisegruppe der Schalker wollte über Athen fliegen – der Flug wurde gecancelt. Wie viele Fans der Knappen es heute ans Europa-League-Spiel gegen Nikosia schaffen, ist unklar. Einige befinden sich bereits auf Zypern, andere stecken noch immer in Athen fest.

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