Schrittlänge: Die Musik bestimmt das Lauftempo
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SchrittlängeDie Musik bestimmt das Lauftempo

Wann läuft man schneller – beim Ohrwurm «Barbie Girl» von Aqua oder bei «Minha Galera» von Manu Chao? Beide Songs haben dasselbe Tempo. Trotzdem kommt man bei «Barbie Girl» schneller voran.

von
dhr

Merkwürdig: Obwohl Songs wie «Barbie Girl» der dänisch-norwegischen Eurodance-Combo Aqua und «Minha Galera» vom Reggae-Weltmusiker Manu Chao dasselbe Tempo haben, legt man eine grössere Strecke zurück, wenn man sich beim Gehen «Barbie Girl» anhört. Der Grund dafür: Der Popsong lässt einen grösseren Schritte machen.

Dies obwohl man bei beiden Liedern gleich viele Schritte macht, wenn man im Takt läuft, berichten belgische Musikwissenschaftler im Online-Fachjournal «PLoS One». Das Team um den Musik-Professor Marc Leman von der Universität in Gent vermutet: Manche Musik aktiviere mehr, so dass man mit mehr Elan und Kraft geht, dadurch die Schritte vergrössert und somit schneller vorankommt.

«Minha Galera» von Manu Chao

(Quelle: Youtube/Marie HatSpass)

Die Schrittlänge ist entscheidend

Mit Schrittgeschwindigkeit meinten die Forscher nämlich nicht, wie schnell ein einzelner Schritt gemacht wird. Viel mehr ändert sich die Schrittlänge, die zum Beispiel bei sehr komplexer Musik besonders klein ist.

Die Wissenschaftler hatten 52 verschiedene Stücke aus Jazz, Klassik, Pop, Techno und anderen Musikrichtungen ausgewählt. Allesamt hatten ein Tempo von 130 Schlägen pro Minute und einen Vier-Viertel-Takt. Dann mussten 18 Menschen in einer Sporthalle im Kreis gehen, während sie verschiedene Stücke hörten.

Jazz-Reggae entspannt

«Pop-Techno ist eher bei den aktivierenden Ausschnitten vertreten, während Jazz-Reggae eher in den entspannenden Ausschnitten präsent», schreiben die Forscher.

Klassische Stücke hatten unterschiedliche Wirkung: Beim Stück «Courante» des barocken Komponisten Monsieur de Sainte-Colombe liefen die Versuchsteilnehmer die wenigsten Meter. Bei dem Allegro der Ouverture Nummer 5 des italienischen Komponisten Francesco Veracini hingegen liefen die Probanden relativ weit. (dhr/sda)

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