Aktualisiert 23.04.2018 00:00

Tote Schweizer Familie in UtahDie Mutter hatte gar nicht Krebs

Weil eine Familie glaubte, die Frau sei todkrank, brachten die Eltern sich und ihre Kinder um. Nun ergab die Autopsie: Die Schweizerin war gesund.

von
oli
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Die Polizei fand die Leichen der Schweizer Familie.

Die Polizei fand die Leichen der Schweizer Familie.

Keystone/Sammy Jo Hester /The Daily Herald via AP
Laut den am Mittwoch veröffentlichten Akten handelt es sich um einen erweiterten Suizid.

Laut den am Mittwoch veröffentlichten Akten handelt es sich um einen erweiterten Suizid.

Keystone/Adam Fondren/The Deseret News via AP
Alle Opfer wiesen Schussverletzungen auf.

Alle Opfer wiesen Schussverletzungen auf.

Keystone/Al Hartmann/The Salt Lake Tribune via AP

Der Fall sorgte im November 2017 für grosses Aufsehen. Ein Ehepaar glaubte, dass die Frau unheilbar an Eierstockkrebs erkrankt war. Jessica G. und ihr Ehemann Timothy G. beschlossen deshalb, die Familie auszulöschen. Der Amerikaner tötete die 42-jährige Schweizerin sowie die beiden fünf und 16 Jahre alten Kinder. Sogar der Hund musste sterben. Danach richtete sich der 45-Jährige selbst.

Eine Autopsie hat nun ergeben, dass die Frau gesund war, bevor sie starb, wie der Polizeichef von Mapleton, John Jackson, sagte. Dies berichtet der «Independent Recorder».

Sie schickte ihm SMS und Links

Die Familie war vier Monate vor dem Drama von der Westschweiz in die USA gezogen. Zunächst habe Jessica G. daran geglaubt, dass sie Krebs im Endstadium hatte. Im Oktober 2017 schrieb sie ihrem Mann eine Textnachricht, wonach sie «einen guten Zeitpunkt» finden wollte, um «zu gehen». So würden sie zusammen sein und wären «in Liebe vereint für die Ewigkeit».

Es sei unklar, weshalb sie mit ihrem Mann so intensiv über ihre Schmerzen sprach. Weshalb sie ihm Links schickte, die zu Webseiten über Eierstockkrebs führten, sagt Jackson. «Wir wünschen uns, wir würden die Antwort darauf kennen.»

Laut Polizeiangaben berichteten Personen aus dem Umfeld der Familie, der Mann habe im Internet über Amokläufe, Waffen und Schlaftabletten recherchiert. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Paar Schlaftabletten in heisse Schokolade gab, bevor sie die Mutter und die Kinder tranken.

Fondue und «Uno»

Danach hat die Familie offenbar ein Fondue gegessen und das Kartenspiel «Uno» gespielt. Mit einer Pistole schoss Timothy G. auf seine Frau, auf die 16-jährige Tochter Samantha und den fünfjährigen Sohn Alexandre sowie auf den Deutschen Schäferhund der Familie. Darauf tötete er sich selbst.

Die vier leblosen Körper wurden am 9. November gefunden. Anwohnern war aufgefallen, dass das Auto der Familie mehrere Tage lang nicht benützt wurde. Familienmitglieder sagten den Ermittlern, die Frau habe Depressionen gehabt. Zudem habe der Ehemann an einer Geisteskrankheit gelitten und sei gewalttätig gewesen.

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