Aktualisiert 05.07.2012 11:33

Erst Leben, dann FamilieDie Mutter von heute ist über 30 und ledig

Schwarz auf weiss belegen neue Zahlen oft vorhandene Eindrücke. In der Schweiz werden Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, immer älter. Der Schnitt ist erstmals auf über 30 Jahre angestiegen.

von
rme

30,4 Jahre alt ist eine Mutter in der Schweiz, wenn sie ihr erstes Kind gebärt. Dieser Durchschnittswert aus dem Jahr 2011 geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Bundes hervor. Noch vor zehn Jahren war der Wert mit 28,9 Jahren deutlich tiefer.

Insgesamt wurden etwas mehr Kinder geboren als 2010, nämlich 80 800. Das sind 500 Babys oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Grosser Rückgang bei ganz jungen Müttern

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat allerdings zwei Entwicklungen beobachtet: Seit 2001 bringen Frauen unter 30 immer weniger Kinder zur Welt, und die Zahl der Geburten von älteren Frauen steigt. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl der Geburten im Vergleich zu 2001 um 16 Prozent. Bei den 25- bis 29-Jährigen ging die Zahl der Geburten in den vergangenen zehn Jahren um 2 Prozent zurück. In der Altersgruppe der über 35-Jährigen dagegen verdoppelte sich die Zahl der Geburten seit 2001.

Die Zahl der Kinder pro Frau ging im vergangenen Jahr leicht zurück, nämlich von 1,54 auf 1,52. 2001 lag diese Kennzahl bei 1,38, bis 2010 war sie danach stets gestiegen.

Weiterhin zugenommen hat die Zahl der nicht ehelichen Geburten. Sie belief sich 2011 auf 15 600. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 4,4 Prozent und die Zahl hat sich innerhalb von zehn Jahren praktisch verdoppelt. Knapp jedes fünfte Kind, das in der Schweiz das Licht der Welt erblickt, entstammt nicht einer Ehe.

Neue Regeln

Zugenommen hat in den vergangenen zehn Jahren auch die Zahl der anerkannten Vaterschaften. 2011 zählte das BFS 15 700 Anerkennungen - 2001 waren es erst etwas mehr als 8000 gewesen. Nahezu in allen Fällen (98,7 Prozent) anerkannten Väter ihre Kinder freiwillig als ihre eigenen.

Der Bundesrat will bei der Revision des Unterhaltsrechts dieser Entwicklung Rechnung tragen: Trennen sich Paare, sollen Kinder von Konkubinatspaaren gegenüber Kindern von Ehepaaren beim Unterhalt gleich behandelt werden. Gemäss geltendem Recht sind Kinder von Geschiedenen finanziell tendenziell besser gestellt.

Weniger Hochzeiten

Die Zahl der Eheschliessungen nahm gegenüber 2010 um 2,7 Prozent auf 42 100 ab, diejenige der neu eingetragenen Partnerschaften reduzierte sich um 6,7 Prozent auf etwas weniger als 700. 63 Prozent dieser Partnerschaften machen männliche Paare aus.

Scheidungen registrierte das BFS rund 17 600, mehr 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahlen sind allerdings nicht direkt vergleichbar, weil die Methode der Erhebung geändert wurde. Im Mittel lassen sich Paare nach 14,6 Jahren Ehejahren scheiden. Das BFS schätzt, dass mehr als vier von zehn Ehen geschieden werden.

Todesfälle wurden im vergangenen Jahr 62 100 registriert. Laut BFS liegt diese Zahl in der Bandbreite der vergangenen zehn Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt stieg für Frauen auf 84,7 (84,5) Jahre und für Männer auf 80,3 (80,1) Jahre. (rme/sda)

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