Schulimpfung: Die Nadel kommt wieder ins Klassenzimmer
Aktualisiert

SchulimpfungDie Nadel kommt wieder ins Klassenzimmer

Nach 17 Jahren soll im Kanton Luzern wieder die freiwillige Schulimpfung eingeführt werden. Kritiker sind allerdings skeptisch.

von
Vroni Fehlmann
Der Kanton führt die freiwillige Schulimpfung wieder ein.

Der Kanton führt die freiwillige Schulimpfung wieder ein.

Der Kanton Luzern führt auf das kommende Schuljahr wieder freiwillige und kostenlose Schulimpfungen ein. Diese waren 1996 abgeschafft worden. Die Behörden stellten nun fest, dass Schulkinder nicht aus­reichend geimpft sind. «Ein Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass das Impfen oft vergessen wird», sagt Hans-Peter Roost, stellvertretender Kantonsarzt.

Darum soll das freiwillige Impfen gegen Masern, Kinderlähmung, Starrkrampf, Hepatitis B und andere gefährliche Krankheiten wieder in die obligatorische Schularztkontrolle aufgenommen werden. «Der Nadelstich erfolgt jedoch nur mit dem Einverständnis der Eltern», erklärt Roost.

«Es geht ums Geschäft»

Impfkritiker und Naturarzt Hans Peter Exer ist skeptisch: «Studien zeigen, dass gewisse Krankheiten das Immunsystem stärken können.» Dieser Aspekt werde aber allzu gerne verschwiegen. «Beim Impfen gehts ums Geschäft. Meines Erachtens sollten Eltern im Vorfeld gründlich über Impfungen aufgeklärt werden.»

Kantonsarzt Roost hingegen sieht das anders: «Bei der Masern-Epidemie vor ein paar Jahren verzeichnete allein der Kanton Luzern mit über 1000 Erkrankungen einen Viertel ­aller Masernfälle schweizweit. Damals wurde international gar eine Reisewarnung für die Innerschweiz ausgesprochen.» Die Schulimpfung solle dafür sorgen, dass die Impfrate in Luzern wieder steige.

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