Weltraum-Zeppelin: Die Nasa plant eine Wolkenstadt auf der Venus
Aktualisiert

Weltraum-ZeppelinDie Nasa plant eine Wolkenstadt auf der Venus

Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben ein Konzept vorgestellt, die es Menschen ermöglichen soll, permanent in der Atmosphäre der Venus zu leben.

von
jcg

So stellt sich die Nasa die Venus-Missionen vor. (Quelle: Youtube/Nasa)

Das grosse Ziel der Nasa ist klar: Bis in die 2030er-Jahre sollen Menschen auf dem Mars landen. So hat es US-Präsident Barack Obama im April 2010 verkündet und darauf arbeitet die US-Raumfahrtbehörde mit Hochdruck hin. Der bisher letzte Meilenstein war der erfolgreiche Testflug des Orion-Raumschiffs, das dereinst die bemannte Mission zum Mars ermöglichen soll.

Doch nicht nur der Mars soll mittelfristig Besuch von Menschen bekommen, auch für die Venus werden bei der Nasa entsprechende Pläne gewälzt, wie IEEE berichtet. Unser nächster Nachbar im Sonnensystem hat erstaunlich viel gemeinsam mit unserem Heimatplaneten. Grösse, Masse, Dichte, Schwerkraft und Zusammensetzung sind vergleichbar. Doch es gibt einen alles entscheidenden Unterschied.

«Fünf Missionen»

Die Venus ist der heisseste Planet des Sonnensystems. Auf der Oberfläche können Temperaturen von bis zu 497 Grad Celsius herrschen. Ausserdem ist die Atmosphäre 90-mal dichter als die der Erde, was einem Luftdruck auf der Oberfläche von rund 90 bar oder etwa dem Druck in 900 m Meerestiefe entspricht. Ein ziemlich ungemütlicher Ort also.

Doch die Nasa-Forscher des Langley Research Center haben auch gar nicht vor, beim Besuch der Venus zu landen. Sie haben einen viel kühneren Plan. Sie haben ein Konzept für fünf Missionen entwickelt, die im Erfolgsfall in der Einrichtung einer permanenten «Stadt in den Wolken» gipfeln sollen. Getauft haben sie das Ganze High Altitude Venus Operational Concept oder kurz Havoc getauft.

Auf der ersten Mission soll ein Roboter in die Atmosphäre eintauchen und sie genau analysieren. Anschliessend soll eine bemannte Mission den Planeten dreissig Tage in der Umlaufbahn umkreisen. Ist sie erfolgreich, sollte die nächste Mission Menschen für 30 Tage in die Atmosphäre bringen. Dann könnten Menschen ein Jahr in der Atmosphäre verbringen und schliesslich gar eine Wolkenstadt errichten.

In 50 Kilometer Höhe

Möglich machen sollen dies heliumgefüllte, solarbetriebene Luftschiffe. Die Roboterversion würde nach den Plänen 31 Meter lang sein, die bemannte Variante gar 130 Meter. Die Luftschiffe wären mit Solarpanels bestückt und würden unten eine Gondel tragen, in der die Astronauten wohnen und arbeiten könnten.

Die Luftschiffe sollen 50 Kilometer über der Oberfläche der Venus schweben, wo der Atmosphärendruck nur noch 1 Bar beträgt und vergleichsweise milde 75 Grad Celsius herrschen. Die kosmische Strahlung ist dort deutlich tiefer als auf dem Mars, vergleichbar etwa mit der Strahlung auf der Erdoberfläche.

Bis es so weit ist, müssen noch einige Hürden genommen werden. So muss ein Weg gefunden werden, die Luftschiffe, die sich selbst entfalten und aufblasen, in der Venusatmosphäre abzusetzen. Auch ist noch nicht klar, wie man die Menschen sicher auf die Luftschiffe und von dort wieder weg bringt. Allerdings, in einem Jahr, in dem erstmals ein Roboter auf einem Kometen landete, erscheinen auch diese Hürden als durchaus überwindbar.

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