Aktualisiert 18.06.2016 19:50

Zu Gast im Norden

Die Nati bei den «Ch'tis»

Das Quartier der Schweizer in Lille liegt etwas ausserhalb. Wie muss man sich die Gegend vorstellen? Wie im Film «Bienvenue chez les Ch'tis».

von
A. Stäuble/E. Tedesco, Lille
1 / 112
Samstag, 25. Juni 2016:Es hat nicht sollen sein: Die Nati verliert den EM-Achtelfinal gegen Polen mit 4:5 im Penaltyschiessen. Nach 120 Minuten stand es 1:1.

Samstag, 25. Juni 2016:Es hat nicht sollen sein: Die Nati verliert den EM-Achtelfinal gegen Polen mit 4:5 im Penaltyschiessen. Nach 120 Minuten stand es 1:1.

epa/Yuri Kochetkov
Im Elfmeterschiessen ist Yann Sommer zwar meist in der richtigen Ecke, aber dennoch ohne echte Abwehrchance. Grzegorz Krychowiak verwertet den fünften polnischen Penalty zum 5:4 für die glücklichere Mannschaft.

Im Elfmeterschiessen ist Yann Sommer zwar meist in der richtigen Ecke, aber dennoch ohne echte Abwehrchance. Grzegorz Krychowiak verwertet den fünften polnischen Penalty zum 5:4 für die glücklichere Mannschaft.

AP/Thanassis Stavrakis
Die Polen jubeln.

Die Polen jubeln.

AFP/Valery Hache

Die Schweizer Nationalmannschaft wollte und konnte den Norden Frankreichs umgehen. Trotz den Spielorten Lens, Paris und Lille, hat die SFV-Delegation in Montpellier ihr EM-Camp aufgeschlagen und reist jeweils am Vortag an den Spielort. Ausschlaggebend war das Wetter im Süden, welches bessere Trainingsbedingungen garantiert.

Philippe Abrams, die Hauptrolle in der Komödie «Bienvenue chez les Ch'tis», hat keine Wahl. Der Direktor eines Postamtes nahe Marseille wird nach Bergues, einem Städtchen im nördlichsten Norden versetzt. Für die Südfranzosen ist der Norden etwas Grauenhaftes: Eiskalt, von ungehobelten Baurern bevölkert, die eine kaum verständliche Sprache: «Chtimi» sprechen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann Abrams seine Vorurteile ablegen und lernt den Norden und die Bewohner des beschaulichen Städtchens immer besser kennen und mögen.

Ein gemütlicher Start in den Sonntag

Auch die Schweizer Equipe kriegt während ihres Aufenthalts im Norden einen Hauch Norden mit, weil sie am Samstagmittag ihr Quartier etwas ausserhalb von Lille bezieht. Kommunikationschef Marco von Ah beschreibt die Gegend folgendermassen: «Es ist ein schöne Gegend etwas ausserhalb von Lille. Wenn man den Film «Bienvenue chez les Ch'tis» gesehen hat, weiss man in etwa, was die Mannschaft erwartet.

Zeit, die Gegend zu erkunden und mit den Leuten auf Tuchfühlung zu gehen, haben die Nati-Stars keine, schliesslich sind sie zum Fussballspielen in den Norden gereist. Vielleicht können sie am Sonntag, den die Spieler aufgrund der späten Anspielzeit (21 Uhr) gemütlicher angehen können, einen Augenschein nehmen.

«Die Spieler können ein wenig länger schlafen oder auf dem Zimmer bleiben. Aufgrund der gleitenden Esszeiten konnten wir ihnen auch mehr Zeit für das Morgenessen einräumen. Danach will der Trainer mit den Spielern reden und gibt die Aufstellung bekannt. Um 11 Uhr geht die Mannschaft spazieren«, schildert von Ah das Programm des ersten Teil des Spieltages.

Vier Stunden vor dem Spiel wird der Kohlehydratespeicher noch einmal gefüllt. Mit Teigwaren in verschiedenen Variationen. «Unsere Mediziner und Ernährungsberater sagen, dass es das Beste ist und daran halten wir uns, egal ob EM oder Testspiel.» Bevor dann die Abfahrt ins Stadion erfolgt, steht noch die Teamsitzung und eine taktische Sitzung auf dem Programm. «Der Uefa wäre es lieber, wenn wir ein wenig mehr Zeit einberechnen würden, aber wir wollen nicht im Stadion ankommen, um wieder zu warten. Bis dahin ist die Spannung schon aufgebaut und man will sich nur noch umziehen, aufwärmen und spielen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.