Business as usual: Die Nati rappelt sich in Rappi auf
Aktualisiert

Business as usualDie Nati rappelt sich in Rappi auf

Eine Abreise, eine Ankunft und langsame Erholung der Gemüter. Nach der Enttäuschung in Wales kehrt die Nationalmannschaft zurück in den Alltag.

von
ete

Philippe Koch zu seinem Nati-Aufgebot.

Mit einer viertelstündigen Verspätung traf der Bus mit den Nationalspielern an Bord am Sonntagmorgen am Sportplatz Grünfeld in Rapperswil ein. Trotz vorzeitigem Scheitern in der EM-Qualifikation ist Business as usual angesagt. Schon nach der Ankunft aus Wales am Samstag nach 15 Uhr in Kloten mussten Inler, Derdiyok und Co. wenig später in Freienbach zum Auslaufen und die Muskeln lockern. Danach gab es zwischen 18 und 23 Uhr ein paar freie Stunden.

Nicht aber für Philippe Senderos. Der Genfer, der sich beim Einlaufen vor dem EM-Qualifikationsspiel in Wales (0:2) am Oberschenkel verletzt hatte, musste sich zu weiteren Abklärungen einem MRI unterziehen. Die Untersuchung ergab, dass sich der Fulham-Verteidiger einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen hat. Dem Genfer blieb nichts anderes übrig, als um 10 Uhr das Handtuch zu werfen und die Heimreise anzutreten. Er fehlt am Dienstag gegen Montenegro.

Koch für Senderos

Nach einem Telefongespräch entschied sich Hitzfeld zusammen mit U21-Trainer Pierluigi Tami, Philippe Koch nachzunominieren. Für den 20-jährigen Rechtsverteidiger des FCZ ist es das erste Aufgebot für die A-Nati. Kurz nach der Landung der U21-Nati aus Tiflis, wo die Nachwuchs-Auswahl am Freitag ihr EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien (1:0) gewonnen hat, nahm der U21-Nati-Coach den Rechtsverteidiger zur Seite und informierte ihn über die Nachnominierung. «Ich habe mich riesig gefreut», so Koch «und jetzt bin ich da.»

Die Schweiz verpasst die EM 2012

Das Eingewöhnen in der A-Auswahl ist für den FCZ-Verteidiger ein Leichtes gewesen. Zum Einen traf er mit Admir Mehmedi, Ricardo Rodriguez und Johnny Leoni auf drei Klubkollegen. Zum Anderen hat er mit Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Innocent Emeghara, Fabian Frei und Timm Klose im Sommer die U21-EM in Dänemark bestritten und ist mit ihr Vize-Europameister geworden. «Ich habe schon auf dem Weg ins Naticamp einige SMS von den Kollegen erhalten», so Koch weiter. Mit Nati-Trainer Hitzfeld gab es nur ein kurzes Gespräch, in dem sich der Lörracher nach dem Spiel in Georgien erkundigt hat. Am Sonntagmorgen trainierte Koch erstmals mit der Nati.

Wiedergutmachung am Dienstag gegen Montenegro

Während die Spieler noch ziemlich bedrückt aus dem Car geklettert sind, besserte sich die Stimmung im Laufe des Trainings kontinuierlich. Beim «Mätschli» gegen Ende der Einheit sahen die wenigen Zaungäste bei nasskaltem und unfreundlichem Wetter schon wieder lachende Profis. Und als das Training vorbei war, hatte auch die Sonne einige Löcher in die dichte Wolkendecke gerissen und zeigte der Nati ihr freundliches Gesicht. Das Trübsal blasen soll rasch ein Ende haben. Couragiert will man gegen Montenegro auftreten und den Fans wieder etwas zurückgeben, wie Hitzfeld verspricht. Deshalb wird der Lörracher beim ersten Testlauf für die WM-Qualifikation 2014 weitgehend auf Experimente verzichten.

Niederlagen verarbeitet man am Besten mit möglichst vielen Spielen. Deshalb ist der SFV bestrebt, im November neben der Begegnung in Holland (11. November), noch ein zweites Testspiel zu organisieren. Für den Barrage-Termin am 15. November wurden diverse Verbände angefragt. Eine Zusage steht aber noch aus. Hitzfeld möchte den Test in der Schweiz absolvieren und am liebsten würde sich die Nati auch einmal in der Innerschweiz – in der swissporarena – präsentieren.

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