Baselland: «Die Natur ist brutal, aber die Schlange ist Teil der Nahrungskette»
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Baselland«Die Natur ist brutal, aber die Schlange ist Teil der Nahrungskette»

Die Sommerzeit rückt immer näher und Wanderer und Hundebesitzer treibt es immer mehr in die Natur, welche aber noch von anderen bewohnt wird, wie Schlangen. Wie geht man mit den Reptilien um und was tun, wenn sie verletzt sind?

von
Tanya Vögeli
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Die Ringelnatter ist die am weitesten verbreitete Schlange der Schweiz und die ungiftigste. 

Die Ringelnatter ist die am weitesten verbreitete Schlange der Schweiz und die ungiftigste. 

Privat
Auf Facebook fand eine Hundebesitzerin eine verletzte Ringelnatter und wusste nicht, was tun mit dem Tier. 

Auf Facebook fand eine Hundebesitzerin eine verletzte Ringelnatter und wusste nicht, was tun mit dem Tier. 

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Wenn man ein verletztes Reptil findet, sollte man es in Ruhe lassen, auch wenn man helfen möchte, sonst verursacht dies nur noch mehr Stress für das Tier. 

Wenn man ein verletztes Reptil findet, sollte man es in Ruhe lassen, auch wenn man helfen möchte, sonst verursacht dies nur noch mehr Stress für das Tier. 

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Darum gehts

  • Wie sollen sich Natur- und Tierfreunde verhalten, wenn sie auf verletzte Reptilien treffen?

  • Die Paarungszeit vieler Schweizer Schlangen beginnt im Frühling, weshalb man sie öfters sichtet.

  • Tierarzt Paul Schneller empfiehlt, was zu tun ist.

Ein News-Scout ging in Liestal BL spazieren, als er auf steinigem Boden eine Barrenringelnatter entdeckte: «So etwas habe ich noch nie gesehen, ich bin zuerst erschrocken, hatte dann aber keine Angst mehr», sagt er. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Naturfreunde um diese Jahreszeit verschiedenen Natternarten begegnen. 

Die Barrenringelnatter wacht im April von ihrem Winterschlaf auf und begibt sich dann auf Partnersuche, schreibt die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz Schweiz (Karch). «Ich wusste gar nicht, dass es so grosse Schlangen bei uns in der Region gibt. Zuerst dachte ich, es wäre eine Blindschleiche», sagt der News-Scout. 

Wenn man einer Schlange in der Natur begegnet, gelten die altbekannten Regeln. Man soll genügend Abstand vom Tier halten, damit es sich nicht bedroht fühlt und Stress ausgesetzt wird. Auch wenn die meisten Schlangen in der Schweiz nicht gefährlich für Menschen sind, wie die Nattern, soll man die Schlange nicht berühren. Fotos sind hingegen kein Problem.

Ein News-Scout entdeckte in Liestal eine Barrenringelnatter, welche vermutlich gerade auf Partnersuche ist. 

Ein News-Scout entdeckte in Liestal eine Barrenringelnatter, welche vermutlich gerade auf Partnersuche ist. 

News-Scout

«Meistens fügen wir den Tieren mehr Schaden zu, als ihnen zu helfen»

Doch was soll man tun, wenn das Tier verletzt ist? «Man muss auf jeden Fall bei Schlangen vorsichtig sein, sonst bringt man sich selber und Begleiter in Gefahr», erklärt Exotentierarzt Paul Schneller. «Wenn man nicht geübt ist im Umgang mit Schlangen, stresst dies das verletzte Tier zusätzlich und unnötig», betont er.

Das Bedürfnis der Menschen ist es, zu helfen. Doch am besten lässt man verletzte Schlangen liegen, denn sie sind Fluchttiere. «Die Natur ist brutal, doch die Schlange ist dadurch auch ein Teil der Nahrungskette und erfüllt durch ihren Tod doch noch einen Zweck», sagt Schneller.

In der Ostschweiz gibt es eine Auffangstation für verletzte Reptilien. Doch Schneller betont: «Man muss den Aufwand zum Nutzen der Situation betrachten. Menschen sind sehr emotional, wenn es um verletzte Tiere geht, doch schlussendlich fügen wir einer verletzten Schlange meistens mehr Schaden zu, als dass wir helfen können. Am besten lässt man der Natur ihren Lauf.» 

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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