ESC-Kritik verletzt Marius Bear: «Negativen Kommentare lassen mich in ein Loch fallen»
Publiziert

Marius Bear über ESC-Kritik«Die negativen Kommentare sind verletzend und lassen mich in ein Loch fallen»

Marius Bear steht im ESC-Finale am Samstagabend. Der Musiker ist derzeit umgeben von seinen Liebsten, bereitet sich auf die finale Show vor – und will es mindesten in die Top Ten schaffen. 

von
Lara Hofer

Marius Bear sprach im Interview mit 20 Minuten über seinen emotionalen ESC-Zwischenerfolg. «Ich habe vor Freude fast den Tisch zerschlagen», sagte der 29-jährige Appenzeller nach dem Halbfinale. 

20 Minuten

Darum gehts

  • Am Dienstagabend konnte sich Marius Bear mit seiner Ballade «Boys Do Cry» für das Finale des Eurovision Song Contest 2022 qualifizieren.

  • Derzeit ist der Appenzeller Musiker von seinen Liebsten umgeben: Seine Eltern sind bei ihm in Turin angekommen, die engsten Freunde folgen am Samstag.

  • Der 29-Jährige bereitet sich nun intensiv auf seinen finalen Auftritt vor – er will es mindestens in die Top Ten schaffen.

  • Den ESC-Sieg würde er aber insbesondere auch der Ukraine gönnen. 

  • Auf Social Media erntet der Musiker derweil auch Kritik für seinen Auftritt. «Das berührt und verletzt mich», sagt Marius im Interview.

Marius, dein Auftritt im ESC-Finale steht kurz bevor. Wie fühlst du dich?

Ich habe unglaublich Freude. Ich schlug den halben Green Room zusammen, als ich erfuhr, dass ich weiter bin! (lacht) Es ist ein wunderschönes Gefühl, zu sehen, dass mein Plan bis jetzt aufgeht. Jetzt geht es darum, fokussiert zu bleiben. 

Wie nervös bist du im Hinblick auf den grossen Auftritt?

Nervös bin ich nicht, habe aber einen gesunden Respekt davor. Deshalb versuche ich, bis zum letzten Moment am Song zu arbeiten, alles zu geben und das Maximum aus mir und dem Song herauszuholen. Ich will nicht auf den ESC zurückblicken und denken, dass ich zu müde oder zu faul war.

Wie schätzt du deine Gewinnchancen für das Finale ein?

In diesem Jahr gibt es so viele tolle Songs, ich gebe einfach mein bestes und hoffe, es in die Top Ten zu schaffen. Hinzu kommt, dass die Ukraine natürlich vorne mit dabei ist und abräumt – was ich auch berechtigt finde.

Denkst du, dass die Ukraine gewinnen wird? Wie fändest du das?

Der ESC war schon immer ein politischer Event. Wenn die Ukraine gewinnt, ist das ein wunderschönes Zeichen und zeigt, dass Europa zusammenhält. Das ist mir wichtiger als mein Sieg oder der egoistische Gedanke, dass ich unbedingt gewinnen muss. 

Müsste der ESC nicht neutral sein?

Der ESC wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um Europa mittels Musik zu vereinen. Er war also schon zu Beginn politisch. Ich würde mich darum freuen – und fände es gar wichtig – wenn die Ukraine gewinnen würde. 

Wie bereitest du dich auf das Finale vor?

Wir klügeln derzeit die Performance aus. Im Halbfinale fehlte teilweise das Licht, daran müssen wir arbeiten. «Boys Do Cry» ist ein kleiner Song, weswegen das Visuelle extrem wichtig ist. Es geht um tiefe Emotionen und nicht darum, zu zeigen, wie toll meine Stimme ist. Die Message muss bei den Leuten zu Hause ankommen, damit es richtig Gänsehaut gibt. 

Auf Social Media wird die Ballade auch kritisiert. Kannst du das verstehen?

Ich weiss, dass mein Song nicht allen gefällt. Auch für mich ist es kein einfaches Lied. Ich hätte auch einen Song wählen können, bei dem ich brüllen kann wie ein Bär, um meine Stimme bestmöglich zu präsentieren. Ich habe mich aber bewusst für das Gegenteil entschieden, und das braucht verdammt viel Mut.

Was lösen kritische Kommentare bei dir aus?

Ich falle schon in ein Loch, wenn ich solche Kommentare lese. Sie berühren mich, und verletzen mich auch. Social Media ist kein Ort, um zu diskutieren. Jede und jeder wirft seine Meinung in den Raum, was einem definitiv nahe geht.

Sind deine Familie und Freunde in Turin, um dich zu unterstützen?

Ja, meine Eltern sind hier. Auch ein Teil meiner Familie aus der Romandie ist da und besucht das grosse Finale am Samstag. Meine engsten Freunde kommen ebenfalls am Samstag. Wir gehen die Risikogarde ein und feiern das Finale so richtig! (lacht)

Und was machst du die nächsten Tage noch?

Am Freitag haben wir Probe und den Jury-Auftritt. Am Samstag proben wir erneut, und am Abend findet die grosse Liveshow statt. Viel Zeit, Turin zu geniessen, bleibt also nicht. Jetzt gehe ich aber erst mal schlafen. 

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

171 Kommentare