Chevrolet Corvette C8 Stingray - Die neue Corvette macht mehr Spass denn je
Bei der Corvette C8 Stingray sitzt der Motor nicht mehr unter der Fronthaube, sondern direkt hinter den beiden Sitzen.

Bei der Corvette C8 Stingray sitzt der Motor nicht mehr unter der Fronthaube, sondern direkt hinter den beiden Sitzen.

Corvette
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Chevrolet Corvette C8 StingrayDie neue Corvette macht mehr Spass denn je

Die Corvette ist der amerikanische Sportwagen schlechthin. Die achte Auflage macht vieles anders als ihre Vorgängerinnen.

von
Peter Eck

Fast zwei Jahre nach dem Marktstart in den USA kommt die achte Generation der Corvette jetzt auch offiziell nach Europa. Hierzulande startet der Sportwagen-Klassiker jetzt in der Launch-Edition zu Preisen ab 113'690 Franken für das Coupé respektive 120'760 Franken für das Cabriolet.

Auch die neue Corvette trägt die Zusatzbezeichnung Stingray (Stachelrochen), das ist aber fast schon das Einzige, was beim Wechsel auf die achte Generation geblieben ist. Erstmals findet man etwa den nun 6,2 Liter grossen V8 nicht mehr unter einer langen Motorhaube, das Aggregat mit einer Leistung von 482 PS (354 kW) sitzt nun vielmehr hinter dem Fahrer. Das hat Auswirkungen auf das Design des Sportwagens: Die Fronthaube ist kürzer, fällt von der Windschutzscheibe steil zum flach angeordneten Kühlergrill ab und wird durch vier Karosseriefalzen geprägt. Hinten blickt man links und rechts auf je zwei mächtige Endrohre, darüber sitzen grosse Luftauslässe. Die Seitenfenster sind eher klein geraten, die Heckscheibe ist regelrecht winzig – für eine bessere Sicht nach hinten gibt es einen Kamera-Rückspiegel, den man allerdings auch auf normale Sicht umstellen kann.

Mehr Spass denn je

Eine Corvette kauft man sich auch wegen des hemmungslosen Designs, aber wohl vor allem wegen des Antriebs. Hinter dem Rücken des Fahrers arbeitet der Achtzylinder mit seinem fast schon archaischen Hubraum, dessen Drehmoment von 613 Newtonmetern über ein achtgängiges Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse geleitet wird. Die 296 km/h Spitze und die 3,5 Sekunden Spurtzeit von 0 auf Tempo 100 glauben wir gerne, auch ohne Gelegenheit zur Überprüfung. Die 12,1 Liter Durchschnittsverbrauch sind hingegen fraglich: Wer Corvette fährt, muss dem Tankwart Umsatz gönnen können und den CO2-Ausstoss ein Stück weit ignorieren. Trotz der Kunststoff-Karosserie vergleichsweise geringen Gewichts von 1530 Kilogramm werden in der Praxis Verbräuche jenseits von 14 Litern die Regel sein.

Spass macht die neue Corvette aber weiterhin, sogar mehr Spass als je zuvor. Das in Europa serienmässige Performance-Fahrwerk ist dem mächtigen Drehmoment aber nicht immer gewachsen und tendierte vor allem bei Nässe zum Ausbrechen, was allerdings durch das ESP schnell unterbunden wird. Die Lenkung dagegen ist sehr spitz ausgelegt, was das Fahrzeug nervös reagieren lässt. Die Brembo-Bremsen überzeugen, könnten dem Fahrer aber noch mehr Rückmeldung vermitteln. Ein elektronisches Sperrdifferential ist serienmässig an Bord.

 Die neuen Corvette trägt weiterhin die Bezeichnung Stingray, viel mehr ist beim Wechsel auf die achte Generation aber nicht geblieben.

Die neuen Corvette trägt weiterhin die Bezeichnung Stingray, viel mehr ist beim Wechsel auf die achte Generation aber nicht geblieben.

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Zu den positiven Überraschungen zählt der Innenraum, der zwar eng, aber deutlich wertiger ausfällt als früher. 

Zu den positiven Überraschungen zählt der Innenraum, der zwar eng, aber deutlich wertiger ausfällt als früher.

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Das Hardtop der Cabrio-Variante faltet sich in das Heck, beim Coupé lässt sich das Dachteil demontieren.  

Das Hardtop der Cabrio-Variante faltet sich in das Heck, beim Coupé lässt sich das Dachteil demontieren.

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Trotzdem überzeugt der Amerikaner, vor allem im Vergleich zum Vorgänger, vor allem wenn die Strasse trocken ist. Der bärige Small Block entwickelt stets mehr als genug Leistung und Drehmoment, auch aus dem Drehzahlkeller, die aufmerksame Doppelkupplung lässt kaum Raum für Kritik. Zu den positiven Überraschungen zählt der Innenraum, der zwar eng, aber deutlich wertiger ausfällt, als man es von US-Modellen noch vor wenigen Jahren gewohnt war. Das Cockpit ist selberverständlich digital, ein 12-Zoll-Bildschirm beherbergt das Infotainment-System. Das oben und unten abgeflachte Lenkrad ist schlicht Geschmackssache.

Die in Kentucky gebaute Corvette kostet in der US-Ausführung ab 60’000 Dollar. Die europäischen Versionen bieten einiges mehr an Ausstattung, trotzdem ist der Aufpreis gewaltig. Im Vergleich zu Porsche, Ferrari oder Lamborghini bleibt die Corvette aber trotzdem ein Schnäppchen. Ende Oktober schiebt Chevrolet die Supersport-Version Z06 nach, mit etwas hubraumschwächerem, aber modernerem Motor und kolportieren 650 PS Leistung.

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