Eine Milliarde mehr – Die neuen Kampfjets kosten jetzt 6 Milliarden Franken
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Eine Milliarde mehrDie neuen Kampfjets kosten jetzt 6 Milliarden Franken

Die armasuisse hat die Verträge für die Beschaffung der F-35A mit der US-Regierung bereinigt. Neu sollen die Kampfjets eine Milliarde mehr kosten als zunächst von VBS-Chefin Viola Amherd angegeben.

von
Benedikt Hollenstein
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Insgesamt sollen die 36 Kampfjets die Schweizer Bevölkerung sechs Milliarden Franken kosten.

Insgesamt sollen die 36 Kampfjets die Schweizer Bevölkerung sechs Milliarden Franken kosten.

Eglin Air Force Base, Fla.
VBS-Chefin Viola Amherd sprach Anfang Jahr noch von fünf Milliarden, erwähnte aber explizit, dass sich die Hochrechnung auf den damaligen Zeitpunkt beziehen würde.

VBS-Chefin Viola Amherd sprach Anfang Jahr noch von fünf Milliarden, erwähnte aber explizit, dass sich die Hochrechnung auf den damaligen Zeitpunkt beziehen würde.

20min/Simon Glauser
Die F-35 wird von Lockheed Martin hergestellt und gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt.

Die F-35 wird von Lockheed Martin hergestellt und gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt.

Eglin Air Force Base, Fla.

Darum gehts

  • Im Rahmen der «Air2030» will die armasuisse für die Schweizer Armee neue Kampfjets und Luftverteidigungssysteme beschaffen.

  • Nach einer Bereinigung der Verträge dürften sich die Kosten für die Kampfjets auf 6,035 Milliarden Franken belaufen.

  • Damit wird das mögliche Finanzvolumen zwar unterschritten, liegt aber deutlich höher als die zunächst von Viola Amherd angegebenen 5,068 Milliarden Franken.

6,035 Milliarden Franken: So viel sollen die neuen Kampfjets des Typ «F-35A» von Lockheed Martin die Schweiz kosten. Dies teilt die armasuisse in einer Medienmitteilung am Freitag mit. Man habe die Verträge mit der US-Regierung bereinigt und sei zu einem Gesamttotal von etwas über sechs Milliarden in Verpflichtungskrediten gekommen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, wird das Parlament nächstes Jahr im Rahmen der Armeebotschaft über den Kredit entscheiden.

Teuerstes Militärprojekt aller Zeiten

Während sich die neue Hochrechnung im Rahmen des Planungsbeschlusses bewegt, dem die Bevölkerung vor einem Jahr mit 50,1 Prozent ultraknapp zugestimmt hatte, werden die Prognosen von Viola Amherd, die die Gesamtkosten Anfang Jahr mit 5,068 Milliarden bezifferte, klar überschritten. Die VBS-Chefin wies damals jedoch darauf hin, dass sich die Kosten auf den damaligen Zeitpunkt beziehen würden.

Während auf finanzieller Seite also alles geregelt scheint, schlägt der F-35 politisch Gegenwind entgegen: Seit Ende August sammeln die Grünen und die SP Unterschriften für eine Volksinitiative gegen den Kauf des hochmodernen Kampfjets, der mit Entwicklungskosten von über 323 Milliarden Dollar das teuerste Militärprojekt aller Zeiten ist. Zum Vergleich: Das Manhattan-Project, aus dem die ersten Atombomben hervorgingen, kostete inflationsbereinigt rund 23 Milliarden Dollar.

Luftabwehr soll modernisiert werden

Mit den bereinigten Verpflichtungskrediten wird das mögliche Finanzvolumen von 6,3 Milliarden Franken unterschritten. Der erwartete Betrag umfasst nebst den Beschaffungskosten für die 36 Kampfjets auch die Munition, Systeme zur Ausbildung des Personals und ein Logistikpaket.

Ausserdem hat die US-Regierung die Verträge für das bodengestützte Luftraumverteidigungs-System «Patriot» vorgelegt, mit dem die veraltete Luftabwehr der Schweizer Armee erneuert werden soll. armasuisse rechnet für die Beschaffung des raketengestützten Abwehrsystems mit Kosten von knapp zwei Milliarden Franken.

4,2 Milliarden für Schweizer Wirtschaft

Lockheed Martin soll im Gegenzug für die Bestellung Offset-Geschäfte in der Höhe von 2,9 Milliarden Franken tätigen, davon sollen rund eine Milliarde direkte Offsets sein, also Aufträge an Schweizer Firmen im Zusammenhang mit der Flugzeugbeschaffung. Weitere 1,3 Milliarden sollen aus der «Patriot»-Beschaffung in die Schweizer Wirtschaft fliessen. Die Offset-Verpflichtungen müssen spätestens vier Jahre nach der Auslieferung erfüllt sein.

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