Blutgruppe und Kontakte: Die Notfall-Infos auf dem Helm helfen den Rettern
Aktualisiert

Blutgruppe und KontakteDie Notfall-Infos auf dem Helm helfen den Rettern

Blutgruppe, Allergien, Notfallkontakte: Mittels QR-Codes auf Skihelmen bekommen Rettungskräfte auf Skipisten dringend benötigte Informationen.

von
Deborah Onnis
Die QR-Code-Sticker auf dem Helm ermöglichen es Rettungskräften, im Notfall auf medizinische Daten zuzugreifen, wie zum Beispiel Blutgruppe und Allergien.

Die QR-Code-Sticker auf dem Helm ermöglichen es Rettungskräften, im Notfall auf medizinische Daten zuzugreifen, wie zum Beispiel Blutgruppe und Allergien.

Während vor dreissig Jahren erst wenige Helmträger auf den Skipisten zu sehen waren, fahren heute einige sogar schon mit einem QR-Code ausgestattet den Hang hinunter. In Nendaz VS sind es bereits 350, die das Angebot der welschen Spitalgruppe MV Santé nutzen.

Die Sticker mit den Notfall-Informationen kleben Ski- und Snowboardfahrer an ihren Helm. Bei einem Unfall können die Rettungskräfte mit dem Smartphone den Code einscannen und persönliche medizinische Daten des Verunfallten einsehen, wie etwa Blutgruppe, Krankheiten und Allergien. Welche Daten im digitalen Profil gespeichert werden, kann der Registrierte selbst festlegen.

Keine Grenzen beim Einsatz

Da bereits beim Pilotprojekt in Nendaz innert einer Saison 350 Personen einen QR-Code bestellten, scheint das Bedürfnis danach vorhanden zu sein. «Wahrscheinlich hat der Unfall von Michael Schumacher die Leute kurzfristig auf Unfälle auf der Piste sensibilisiert», sagt Riet Campell, Direktor vom Dachverband Swiss Snowsports.

Einen Unfall verhindern kann man mit den QR-Codes zwar nicht. Dennoch findet Rolf Moning von der Beratungsstelle für Unfallverhütung, dass der Code sinnvoll ist, da durch diesen der Patient schneller und besser versorgt werden kann.

Da im Code auch der Name und ein Foto gespeichert werden, gebe es keine Verwechslungsgefahr, erklärt die Projektverantwortliche von MV Santé, Nicole Glassey. Sie sieht hinter den Code-Stickern, die über die Website Mamemoiremedicale.ch bestellt werden können, grosses Potenzial. «Meine Tochter klebte auch ein Sticker auf den Velohelm und auf ihren Schulrucksack», sagt die Initiantin. Grundsätzlich sehe sie keine Grenzen beim Einsatz der Codes. «Man kann sie wirklich überall hinkleben», so Glassey.

Code kostet fünf Franken im Jahr

Für die Verwaltung der Daten und für die Materialkosten zahlt jeder Regristrierte jährlich fünf Franken. «Wir wollen mit diesem Service aber keine finanziellen Gewinn erzielen», sagt Glassey. Im Zentrum stehe das Wohl der Leute.

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