Aktualisiert 24.07.2013 13:54

Wers glaubtDie NSA kann die eigenen E-Mails nicht durchsuchen

Datenschützer können aufatmen, die NSA ist nicht allmächtig: Der US-Geheimdienst überwacht Millionen Bürger – mit den eigenen E-Mails ist er überfordert. Das zumindest wollte man einem Reporter weismachen.

von
kri

Die Nachricht wird all jene erleichtern, die Wert auf ihre Privatsphäre legen: Die National Security Agency (NSA) ist entgegen ihrem Ruf nicht allmächtig. Der Supergeheimdienst kann zwar den Telefon- und Mailverkehr von Millionen Menschen überwachen – aber offenbar ist er mit einer simplen Suche in den E-Mails seiner eigenen Mitarbeiter überfordert.

Der amerikanische Reporter Justin Elliott startete vergangene Woche eine Recherche über die Entstehung eines wohlwollenden Portraits der NSA, das auf dem TV-Senders «National Geographic» ausgestrahlt wurde. Zu diesem Zweck verlangte er auf Grundlage des Freedom of Information Act (FOIA) Einsicht in den E-Mail-Verkehr zwischen «National Geographic» und der NSA. Ziel war, die PR-Aktivitäten des Geheimdienstes unter die Lupe zu nehmen.

System «ein wenig veraltet»

Die überraschende Antwort der NSA: «Leider haben wir momentan keine Möglichkeit, zentral nach E-Mails zu suchen», sagte die für FOIA-Anfragen zuständige Mitarbeiterin Cindy Blacker. Das System sei «ein wenig veraltet». Wenige Tage später bat sie den Reporter, seine Anfrage einzugrenzen, da jede Inbox einzeln durchsucht werden müsse. Die NSA hat 30'000 Mitarbeiter.

Viele Amerikaner halten die Antwort der NSA freilich für eine Ausrede, wie ein Blick in die Kommentarspalten zeigt: «Natürlich können sie die eigenen E-Mails durchsuchen. Das ist einfach eine höfliche Art zu sagen, dass sie nichts sagen wollen», schreibt ein Leser auf der «Huffington Post».

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