Austria's Armstrongs: Die Ösis landen auf dem Mars
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Austria's ArmstrongsDie Ösis landen auf dem Mars

Von Innsbruck aus dirigiert stapften Test-Astronauten tagelang durch fremdes Gelände. Meilenweit von zu Hause entfernt – aber natürlich immer noch auf der Erde.

von
kmo

Fast drei Wochen dauerte die Mission Mars 2013 des Österreichischen Weltraum Forums. Sie ist Teil des Wissenschaftsprojekts PolAres – und fand natürlich nicht auf dem Roten Planeten, sondern auf der guten alten Erde statt. Genauer: in der nördlichen Sahara nahe der marokkanischen Stadt Erfoud.

Hier simulierten Ärzte, Techniker und Wissenschaftler aus 23 Nationen im Februar 2013 eine Mars-Mission. Sie testeten zum Beispiel die etwa 45 Kilogramm schweren Raumanzüge «Aouda X» und «Aouda S» im Dauerbetrieb. Um herauszufinden, welche Nähte oder Schrauben als erstes kaputt gehen, trugen die Wüsten-Astronauten die Anzüge täglich stundenlang und kletterten immer wieder über Felsen und Geröll.

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Bloss nichts verseuchen

Ein anderer Schwerpunkt galt der Entwicklung neuer Verfahren für die Interaktion zwischen Menschen und – nein, nicht Aliens – Robotern oder Sonden. Oder sie überprüften, wie man es am besten verhindert, dass eine fremde Umwelt mit irdischen Mikroorganismen kontaminiert wird.

Obwohl die Astronauten «nur» in Marokko waren, war es doch ein einmaliges Erlebnis, wie der Expeditionsleiter Gernot Grömer der österreichischen Zeitung «Der Standard» sagte: «Im Raumanzug bei Sonnenuntergang in der Sahara zu stehen, während vor einem gerade zwei Mars-Rover operieren, von denen einer von Budapest und einer von Warschau aus gesteuert wird und man selbst von Innsbruck aus zeitverzögert dirigiert wird und gleichzeitig eine aus Neuseeland kommende Stimme in Ohr hat, ist schon etwas Beeindruckendes.»

Als nächstes gilt es, den ungeheuren Datenwust zu analysieren. Im Mai wollen die Wissenschaftler dann die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Mars-Mission in Marokko:

(Quelle: YouTube/OEWF)

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