Aktualisiert 19.08.2009 12:14

ArchäologieDie Ohrringe der Frau Hummel

Kostbaren Goldschmuck haben Basler Archäologen im Grab einer vornehmen Dame aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Freigelegt wurde das Grab bei Bauarbeiten vor dem Kreuzgang des Basler Münsters.

Die beim Schädel der Toten gefundenen Ohrringe seien wahre Meisterwerke der Goldschmiedekunst, teilte das Präsidialdepartement Basel-Stadt am Mittwoch mit. Die aus filigranen Golddrähten und - kügelchen gefertigten Pretiosen in Tropfenform zeigen auf der Vorderseite Blütenmotive mit blauen Emailmotiven.

Stilistisch lassen sich die Ohrringe gemäss Communiqué mit einer prächtigen Goldkette aus der zweiten Häfte des 17. Jahrhunderts vergleichen, die im Historischen Museum Basel aufbewahrt wird. Diese Arbeit stammt vom Basler Goldschmied Gedeon Bavier.

In Leitungsgraben gefunden

Gefunden wurden die Dame mit den Goldohrringen bei Grabarbeiten vor der Maria-Magdalena-Kappele unter der heutigen Rittergasse in einem Leitungsgraben. Dort befand sich früher die Familiengrabstätte des Abel Socin (1632-1695). Socin war Gerichtsherr und Gesandter am französischen Hof und gehörte einer der damals machtigsten Basler Familien an.

Aufgrund diverser Indizien gehen die Archäologen davon aus, dass es sich bei der Dame mit den Ohrringen um Maria Hummel handelte, die Socin 1654 geheiratet hatte. Maria Hummel stammte aus Memmingen und starb 1681 im Alter von 46 Jahren. Sie brachte zwölf Kinder zur Welt.

(sda)

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