40 Filme geleakt: Die Oscar-Favoriten sind bereits im Netz
Aktualisiert

40 Filme geleaktDie Oscar-Favoriten sind bereits im Netz

Es ist stets das gleiche Spiel: Kurz vor den Oscar-Verleihungen landen diverse nominierte Filme im Netz. Dem Treiben ein Ende zu setzen, gestaltet sich schwierig.

von
Yves Schott

Trailer zu «The Revenant» (Quelle: YouTube/<a href="https://www.youtube.com/watch?v=50Evpp7_i3k" target="_blank">Moviepilot Trailer</a>).

Sie haben wieder zugeschlagen: Internetpiraten haben zahlreiche Filme, die für die Oscar-Verleihungen im Februar nominiert sind, ins Netz gestellt. Die bekanntesten Leaks betreffen «The Revenant», das Western-Epos mit Leonardo DiCaprio, und «The Hateful Eight». Ausgerechnet: Im Januar 2014 gelangte bereits das Drehbuch des Tarantino-Streifens an die Öffentlichkeit.

Dass Filme, die mit einem Oscar prämiert werden könnten, zuvor auf illegalen BitTorrent-Seiten landen, ist beileibe nichts Neues. Doch so heftig – und zudem so früh – wie in diesem Jahr fiel die undichte Stelle noch nie aus: Gleich 40 Blockbuster sind nun praktisch für jedermann zugänglich.

Schwierig zu kontrollieren

Kein Zufall: Um diese Zeit werden jeweils sogenannte Screener verschickt. Vorabexemplare, die Journalisten, Filmredaktoren und natürlich auch die Academy-Awards-Jury sichten dürfen, um sich eine Meinung zu bilden und Kritiken zu schreiben. Mehrere tausend Stück geraten so in Umlauf.

Deswegen sei es schwierig, alle DVDs stets unter Kontrolle zu haben, ohne dass sie in falsche Hände gerieten, erklärt Adrian Nicca, Kino-Experte von Cineman.ch: «Theoretisch kann irgendjemand diese Kopien mitlaufen lassen. Das ist bei dieser grossen Masse an Leuten schnell einmal passiert.» Verschiedenen Medienberichten zufolge waren es in der Vergangenheit häufig die Jury-Mitglieder selber, die die Filme an Dritte weitergegeben haben.

Sind illegale Downloads sogar förderlich?

Viele Kinobetreiber haben an der irregulären Praxis verständlicherweise keine Freude. Adrian Nicca weist allerdings darauf hin, dass «illegale Downloads die Kinobesuche sogar fördern» könnten. Schliesslich sei die angebotene Online-Ware häufig von eher bescheidener Qualität – was dazu führen könnte, dass man den Film dann noch in HD und Grossformat sehen möchte, so Nicca.

Ob sich die Internetpiraten für die Film- und Kinoszene letztlich sogar als nützlich erweisen, bleibt also umstritten. Gesicherte Daten gibt es kaum. Ein Ärgernis sind die Leaks jedoch allemal.

Trailer zu «The Hateful Eight» (Quelle: Youtube).

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