11.07.2020 07:23

WHO warnt

«Die Pandemie nimmt an Fahrt auf. Sie wird schlimmer»

Während einige Länder die verhängten Corona-Restriktionen weiter lockern, buchstabieren andere wieder zurück. Die Weltgesundheitsorganisation WHO blickt derweil wenig optimistisch in die nähere Zukunft.

von
Ann Guenter
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Seitdem das Virus seinen tödlichen Zug um die Welt begonnen hat, hat es das Leben in Europa und allen anderen Kontinenten dramatisch verändert. Im Folgenden Eindrücke aus dem veränderten Alltag aus aller Welt.

Seitdem das Virus seinen tödlichen Zug um die Welt begonnen hat, hat es das Leben in Europa und allen anderen Kontinenten dramatisch verändert. Im Folgenden Eindrücke aus dem veränderten Alltag aus aller Welt.

REUTERS
Golfen in Zeiten von Corona in Atzenbrugg, Österreich.

Golfen in Zeiten von Corona in Atzenbrugg, Österreich.

Getty Images
Auch das dieses Jahr nicht stattfindende Münchner Oktoberfest nimmt Bezug auf das Virus.

Auch das dieses Jahr nicht stattfindende Münchner Oktoberfest nimmt Bezug auf das Virus.

keystone-sda.ch

Darum gehts

  • WHO-Chef Ghebreyesus gibt sich wegen der aktuellen Entwicklung der Pandemie wenig optimistisch.
  • Die Coronavirus-Pandemie hat ihren Höhepunkt noch nicht überschritten.
  • Weltweit haben sich die Fallzahlen in sechs Wochen verdoppelt.

Während einige Länder ihre Schutzmassnahmen immer weiter lockern, müssen andere regional bereits wieder neue Lockdowns durchsetzen. Derweil warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO davor, dass die Coronavirus-Pandemie ihren Höhepunkt noch nicht überschritten hat. «Das Virus ist in den meisten Teilen der Welt nicht unter Kontrolle», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. «Tatsächlich wird es sich verschlimmern».

Die Pandemie nehme weiterhin an Fahrt auf, so Ghebreyesus weiter. «Insgesamt haben sich die Fallzahlen in sechs Wochen weltweit verdoppelt». So hatte die Johns Hopkins-Universität am Pfingstwochenende Ende Mai erstmals sechs Millionen Fälle von SARS-CoV-2 gemeldet – gestern, am 9. Juli, waren es bereits über zwölf Millionen.

Hongkong schliesst alle Schulen wieder

In Südafrika und Iran ist das Virus wieder auf dem Vormarsch. In Asien hat sich Indien zum neuen Hotspot entwickelt, das nun über 800’000 Fälle hat. Indien steht damit weltweit auf Rang drei – insgesamt sind in bislang mehr als 22’000 Menschen an dem Virus gestorben. Angesichts der Entwicklung kündigen lokale Behörden vielerorts an, die Einschränkungen wieder zu verschärfen.

Zuletzt hatte auch Hongkong mitgeteilt, wegen eines Anstiegs der Neuinfektionen alle Schulen zu schliessen und die Sommerferien damit früher einzuläuten. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungsregion kündigten die Massnahme an, nachdem am Donnerstag 34 lokale Erkrankungen gemeldet wurden – so viele wie noch nie an einem Tag. Auch Abstands- und Hygieneregeln etwa in Bars, Restaurants und Fitnessstudios wurden wieder verschärft. Die Metropole mit ihren mehr als sieben Millionen Einwohnern gilt bislang als äusserst erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Seit Januar gab es nur 1366 Infektionen und sieben Todesfälle. Zuletzt war über einen Zeitraum von drei Wochen keine lokale Infektion mehr gemeldet worden.

Drei Millionen Infizierte in den USA

Dramatisch sieht es in den USA aus, wo fast täglich neue Höchststände bei den Neuinfektionen vermeldet werden. Aktuell zählt das Land mehr als drei Millionen Infizierte und über 134’000 Tote. In vielen Bundesstaaten zeigt die Kurve wieder nach oben, nachdem dort die Beschränkungen trotz eindringlicher Warnungen von Gesundheitsexperten wieder gelockert worden waren.

Auch die weitere Entwicklung in Brasilien gibt Anlass zur Sorge. Zuletzt sind an einem Tag etwa 44’000 neue Coronainfektionen gemeldet worden. Auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Virus infiziert. In Peru und Chile haben sich die Neuinfektionen dagegen stabilisiert, während in Mexiko die Fallzahlen weiter anwachsen.

Relativ langsame Verbreitung in Afrika

Für Afrika meldet die WHO über eine halbe Millionen Fälle, über 12’000 Menschen sind auf dem Kontinet Covid-19 erlegen. Die höchsten Zahlen an Neuinfektionen verzeichnet Südafrika, das bislang 224’665 Corona-Fälle meldet. Das Coronavirus hatte sich im Vergleich zu anderen Weltregionen in Afrika bisher relativ langsam verbreitet, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Massnahmen verhängt.

Wie zuvor in Asien ist inzwischen auch in Europa die exponentielle Entwicklung vielerorts gestoppt worden. Im anfangs schwer betroffenen Italien und Spanien sank die Zahl der Neuinfizierten zuletzt deutlich. Grossbritannien hingegen verzeichnet inzwischen mehr Tote als Italien. Die Insel nimmt damit eine traurige Spitzenposition in Europa ein. Zuletzt ist aber auch hier die Zahl der täglichen Neuinfektionen deutlich gesunken.

Gemessen an seiner Bevölkerung ist der Ausbruch in Russland besonders stark und entwickelt sich auch dynamisch. Die Zahl der Neuinfektionen beziffern die Gesundheitsbehörden auf 6635, womit sich nach amtlichen Angaben insgesamt 713’936 Menschen in Russland infiziert haben, der weltweit vierthöchste Wert. 489’068 davon seien genesen.

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295 Kommentare
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Verita

12.07.2020, 09:21

Die Mähr nimmt wieder Fahrt auf. Wo sind die toten ?

realtalk

12.07.2020, 07:50

zieht eine maske an und hört auf euch ständig zu beklagen... oh nein so schlimm wir müssen im ÖV eine maske tragen, geht mal nach indien dort werdet ihr zu anderen sachen gezwungen als ne maske zutragen

Chello1

12.07.2020, 07:34

...der Bundesrat wird sicher wieder überrascht werden ist dann wieder 2 Wochen zu spät und die Masken gehen wieder aus....ah übrigens für das Gesundheitswesen wurde immer noch nichts positives (Geld)getan vom Danke haben die wenigsten was davon..