Ueli Maurer: «Die Partei wird das überleben»
Aktualisiert

Ueli Maurer«Die Partei wird das überleben»

Anders als seine Bundesratskollegen hat SVP-Bundesrat Ueli Maurer seine Wiederwahl zusammen mit der Parteibasis im Berner Hotel Kreuz miterlebt. Seine Anhänger feierten ihn mit einem minutenlangen Applaus.

Ueli Maurer neben Erzfeindin Eveline Widmer-Schlumpf: Die Partei wird ihre Wahl überleben, findet er.

Ueli Maurer neben Erzfeindin Eveline Widmer-Schlumpf: Die Partei wird ihre Wahl überleben, findet er.

Während die übrigen Bundesratsmitglieder im Salon du Président gemeinsam die Bundesratswahl erlebten, mischte sich der SVP-Bundesrat unters Volk. Maurer war bereits bei der Wiederwahl von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Hotel Kreuz anwesend. Er sprach der erzürnten SVP-Basis Mut zu. «Die Partei wird das überleben.»

«Wir sind es gewohnt zu kämpfen und das werden wir jetzt tun», sagte Maurer, begleitet von grossem Applaus. Maurer sprach sein Bedauern darüber aus, dass der Konkordanz von der Bundesversammlung nicht Rechnung getragen wurde.

Die Wiederwahl von Widmer-Schlumpf hatte bei der SVP-Basis zuvor einige empörte Reaktionen ausgelöst. Vereinzelt waren Pfiffe und wütende Ausrufe zu vernehmen. Viele hatten das Ergebnis aber schon kommen sehen.

Nicht falsch verstehen

Auch Maurer drückte sein Bedauern über die Nichtwahl der SVP-Kandidaten aus: «Das ist kein guter Tag für die Schweiz.» Denn, sagte der Verteidigungsminister in Bezug auf die nicht gewählten SVP-Kandidaten, man könne nicht einfach «Leute ausschliessen, deren politische Meinung einem nicht genehm ist».

Maurer betonte später gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, diese Aussagen seien nicht gegen Bundesrätin Widmer-Schlumpf gerichtet. «Das Kollegialitätsprinzip ist mir wichtig», liess er über seine Sprecherin Silvia Steidle ausrichten.

Resignation

Aufgrund der ungünstigen Prognosen war unter den SVP-Anhängern bereits frühmorgens eine gewisse Resignation auszumachen. «Ich befürchte, dass es keinen zweiten SVP-Sitz geben wird», sagte ein Sympathisant aus dem Emmental.

«Es ist gelaufen», meinte Manuel Brandenberg, Präsident der Zuger SVP, als sich GLP-Fraktionschefin Tiana Moser für die bisherige Regierungszusammensetzung aussprach.

In der Tat schien sich der Grossteil der Anwesenden bereits vor der Wahl mit dem Status quo abgefunden zu haben, die Stimmung im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal war jedenfalls eher aufgeräumt als aufgeregt.

Die Verabschiedung der abtretenden SP-Bundesrätin Micheline Calmy- Rey ging im Stimmenwirrwarr unter. Erst als SVP-Fraktionschef Caspar Baader um 8.30 Uhr von der Bundesversammlung ein Bekenntnis zur Konkordanz forderte, waren die angeregten Gespräche verstummt.

(sda)

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