Aktualisiert 29.08.2013 07:44

Bring!Die perfekte App für Einkaufsmuffel

Die iPhone-App «Bring!» erleichtert das alltägliche Shoppen, ob allein oder für die WG. Nun wollen die beiden Schweizer Entwickler die weite Welt erobern.

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dsc

Ob Rohschinken und Frischkäse oder Rotwein und Kondome: Dank Marco Cerqui (32) und Sandro Strebel (29) geht beim Einkaufen garantiert nichts mehr vergessen. Vorausgesetzt, Mann oder Frau hat im Laden das Smartphone dabei.

Die beiden Software-Entwickler aus Zürich haben ihre App «Bring!» getauft. Das ist ein absolut passender Name und stösst insbesondere bei Einkaufsmuffeln auf Begeisterung. Denn die App ist weit mehr als ein digitaler «Poschtizettel». Sie erleichtert Paaren, Wohngemeinschaften und anderen Shopping-Teams das Leben. Die gemeinsame Planung (und Durchführung) von Einkäufen wird zum Kinderspiel.

Alle App-Nutzer, die sich via E-Mail-Adresse für eine Liste angemeldet haben, werden dank Push-Mitteilungen jederzeit auf dem Laufenden gehalten. «Ich gehe jetzt einkaufen!», lässt man etwa die Partnerin wissen. Worauf diese noch schnell den Kühlschrank checkt und per Fingertippen ein paar Last-Minute-Wünsche sendet.

Android-Version folgt

Die einfache Bedienung gehört zu den grossen Vorteilen. Anfang Jahr hat Bring! einen Swiss App Award gewonnen und ist mittlerweile 40'000 Mal heruntergeladen worden. Unser Fazit: Schon nach dem ersten Ausprobieren ist die App praktisch unverzichtbar. Einziger Wermutstropfen aus Sicht vieler Smartphone-Nutzer: Vorläufig ist Bring! nur für das iPhone verfügbar (Preis im Schweizer App Store: 2 Franken). Bis Ende 2013 soll eine Android-Version folgen.

Im Interview verraten Marco Cerqui und Sandro Strebel, wie es mit Bring! weitergeht.

Ihr habt euch im Frühling selbstständig gemacht. Das heisst, ihr setzt voll aufs App-Business?

Marco und Sandro: Genau, seit diesem Frühling arbeiten wir mit Vollgas an Bring! Die allermeisten Apps machen ja sehr wenig Umsatz. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir bereits unsere Betriebskosten decken können. Für eine vernünftigen Lohn reicht es noch nicht und wir leben von unserem Ersparten. Um das zu ändern, sind wir aktuell dabei, Bring! in weiteren Ländern verfügbar zu machen. Das ist ja das schöne am App-Business, wir können sehr gut internationalisieren und wachsen.

Wie weit seid ihr mit den Übersee-Versionen?

In Australien gibt es bereits einige Beta-Nutzer, die für uns den Artikelkatalog testen und verbessern. Ähnlich sieht es für die USA und England aus. Es haben bereits verschiedene Gespräche stattgefunden und wir haben eine interne Testversion für die jeweiligen Ländern. Wir sind aber auch noch auf der Suche nach weiteren Leuten, die diese Länder gut kennen und bereit wären, uns zu unterstützen.

Worauf kommt es an?

Gerade eine gute Übersetzung des Artikelkatalogs ist sehr wichtig. Wenn ein Engländer kein Marmite oder der Amerikaner keinen Bagel findet, sich aber fragt, was ein Gipfeli ist, dann ist das Benutzererlebnis nicht so gut. Der Bring!-Katalog muss 80 Prozent des lokalen Warenkorbs abdecken.

Wie viele schlaflose Nächte habt ihr bereits hinter euch?

(lachend) Das können unsere Freundinnen besser beantworten. Es waren schon einige. Vor allem vor dem grossen Release letzte Woche. Wir arbeiten zwar lange, versuchen aber schlaflose Nächte zu vermeiden. Sonst macht man irgendwann zu viele Fehler, die man am nächsten Tag wieder beheben muss.

Wie schwierig ist es, eine iPhone-App zu programmieren?

Die grösste Herausforderung ist das Vereinen von einer guten Idee, einem passenden Bedienungskonzept sowie einem sexy Design. Und natürlich braucht es auch noch eine saubere Programmierung. In unserem Fall war es wichtig, möglichst zu reduzieren und die wichtigen Funktionen zu finden, die jedermann beim Einkaufen braucht.

Als Hobbyköche dürfte euch die Integration einer Rezept-Funktion besonders am Herzen liegen. Könnt ihr dazu schon etwas verraten?

Wir haben ein paar Konzepte zum Thema Rezepte. Etwas, worüber wir uns selber immer wieder etwas aufregen, ist, dass wir im Supermarkt zwar frische, lokale Produkte wie zum Beispiel Zucchetti angeboten bekommen, man in dem Augenblick aber nicht weiss, was man damit kochen könnte. Wir würden uns hier Rezeptvorschläge direkt im Laden wünschen. Die könnten dann auf die Bring!-Liste gesetzt werden und wären zuhause in der Küche verfügbar.

Das folgende Promo-Video wurde in der Markthalle Zürich gedreht.

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