Bieber-Fieber: Die perfekte Show des nicht perfekten Stars
Aktualisiert

Bieber-FieberDie perfekte Show des nicht perfekten Stars

Zu viele Plüschtiere, ohrenbetäubendes Gekreische und ein kleiner Junge auf der Bühne. Justin Bieber zog alle Register.

von
Niklaus Riegg

Justin Bieber entzückt am Freitag die Schweizer Teenie-Massen. Die Beigeisterung über den Besuch des jungen Kanadiers in Zürich war riesig.

Tausende vor allem weibliche Fans hatten Stunden in der prallen Sonne ausgeharrt, um ihren Liebling zu sehen.

Die Show

20.25 Uhr. Der Countdown läuft. Und das Gekreische ist ohrenbetäubend. Bei Tokio Hotel, ebenfalls im Zürcher Hallenstadion, war es schon laut. Doch die Bieberfans bereiten ohne Ohropax Schmerzen. Diese Hysterie sollte die nächsten 70 Minuten anhalten.

Die Begeisterung der Fans ist grenzenlos. Die vordersten Reihen sind seit sechs Uhr früh auf den Beinen. Sie sollten es nicht bereuen. Justin Bieber zieht ab 20.25 Uhr alle Register: Er zeigt süsse Kindervideos, seine Gitarristen fliegen an Seilen meterhoch über dem Boden, es gibt ein gutes Dutzend Tänzer, Musiker oder Backgroundsänger, eine State-of-the Art-Lasershow, er holt einen weiblichen Belieber auf die Bühne, er flirtet mit den Fans. Dem 17-Jährigen nimmt man sogar die üblichen Popstarfloskeln ab: «Do You know, that I have the best fans in the world? And I will do everything to make you smile.» Biebs scheint seine Fans wirklich zu lieben. Kurz vor Beginn verteilte ein Roadie Gratistickets an die hartnäckigsten Fans, die sich - in Tränen aufgelöst - eigentlich schon damit abgefunden hatten, ihr grosses Idol zu verpassen.

Justin Bieber-Fans vor dem Hallenstadion

Zu viele Plüschtiere

Doch diese Liebe der Fans bringt den grössten Teeniestar der Welt auch in arge Nöte: Nach vier Songs muss er die Show unterbrechen. Es hat zu viele Plüschtiere auf der Bühne. Er droht sogar, das Spektakel abzubrechen. Doch der, dem die Herzen zufliegen, macht weiter. Und setzt sich in ein schwebendes Herz, um über dem Publikum zu fliegen.

Die Biebermania und ihre Jünger

Ob am Schlagzeug, am Piano, an der Gitarre oder tanzend - J-Biebs zeigt seine verschiedenen Talente. Das Singen gehört nicht unbedingt dazu. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag, oder es lag an der fragwürdigen Akustik im Hallenstadion: Justin wirkte nicht wie ein besonders begnadeter Sänger. Doch mit so einer Ausstrahlung, seinem Aussehen und einer solchen Leistung als Performer ist das zweitrangig. Dabei wirkt er trotzdem zwischendurch wie ein kleiner, schüchterner Junge, der nicht weiss, wie ihm geschieht. Und genau dies dürfte sein Erfolgsrezept sein. Bieber ist nicht perfekt.

Der kleine Junge aus Ontario

Die Show wird immer wieder durch Videoeinspieler unterbrochen - und wirkt deshalb etwas zerfahren. Fast macht es den Anschein, der 17-Jährige habe nicht genug Puste, um wirklich über 70 Minuten zu performen. So war Bieber am Ende vielleicht nur 50 Minuten auf der Bühne. Doch man darf nicht vergessen: Der Kanadier ist ein Newcomer. Er hat schlicht und einfach nicht mehr Songmaterial zur Verfügung. Ausserdem scheiterte seine Interaktion mit dem Publikum teilweise an dessen mangelnden Englischkenntnissen. Trotz dieses Mangels und der Kürze zeigte der kleine Junge aus Ontario mit seiner ersten Show in der Schweiz, dass er zurecht ein Weltstar ist.

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