Nicola Spirig: Die Perfektionistin schlägt wieder zu
Aktualisiert

Nicola SpirigDie Perfektionistin schlägt wieder zu

Mit der Silbermedaille von Rio vergoldet Nicola Spirig ihre Karriere. Eine Analyse zu einer aussergewöhnlichen Frau.

von
Marcel Allemann
Rio
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Da jubelt sie: Nicola Spirig gewinnt überzeugend die Silbermedaille im Triathlon.

Da jubelt sie: Nicola Spirig gewinnt überzeugend die Silbermedaille im Triathlon.

AFP/Leon Neal
Vorallem die Laufstrecke ist nur noch ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Jorgensen und Spirig...

Vorallem die Laufstrecke ist nur noch ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Jorgensen und Spirig...

AFP/Leon Neal
...welches die Amerikanerin überragend gewinnt und die Goldmedaille nach Hause nimmt.

...welches die Amerikanerin überragend gewinnt und die Goldmedaille nach Hause nimmt.

kein Anbieter/Getty Images/ Adam Pretty

Nicola Spirig ist eine einzigartige Sportlerin. Es gibt kaum eine Zweite, die soviel Disziplin, Fleiss und Leidenschaft an den Tag legt, ihre Ziele derart fokussiert angeht. Die Triathletin ist wie ein erfolgreiches Unternehmen strukturiert, Schwachpunkte sucht man in diesem vergebens. Spirig ist von A-Z durchorganisiert, hat für alle Situationen und Rennverläufe einen Plan. Sie ist nicht nur ehrgeizig, sondern eine Perfektionistin.

Dass sie an Olympischen Spielen erneut zugeschlagen hat, ist in dreifacher Hinsicht überragend. Erstens hat die Zürcherin ihren Erfolgshunger nach dem Olympiasieg in London behalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ohne diesen und viel Leidensfähigkeit geht in dieser Sportart nichts. Zweitens ist Spirig seit rund dreieinhalb Jahren Mutter. Eine zusätzliche Herausforderung bei einer derart trainings- und zeitintensiven Disziplin wie dem Triathlon. Flexibilität war gefragt. Drittens hat sie ihren Handbruch im März mit Bravour weggesteckt, nicht den Kopf verloren, sondern sich mit einer minutiösen Planung und einem perfekten Aufbau rechtzeitig wieder in Topform gebracht.

Die letzten Olympischen Spiele im Triathlon

Spirig hat bereits vor Rio angekündigt, dass dies ihre letzten Spiele im Triathlon sein werden. Sie will mehr Zeit in ihre Familie investieren und möchte auch weitere Kinder. Doch eine wie Spirig kann nicht über Nacht die Finger vom Sport lassen. Die 34-Jährige, die während ihrer Karriere immer mal wieder in die Leichtathletik abgewandert ist, will neue Reize setzen, neue Herausforderungen suchen und wird uns daher in irgendeiner Form noch weitere Jahre als Sportlerin erhalten bleiben.

Langdistanz-Triathlon ist beispielsweise ein Thema, oder eine neue Serie, die Kurz- und Langdistanz-Triathlon beinhaltet. Entschieden hat sich Spirig noch nicht. Seien wir gespannt, wo wir die Ausnahmeathletin wiedersehen werden.

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