Aktualisiert 30.03.2014 18:20

MitgliederschwundDie Pfadi wünscht sich mehr Migrantenkinder

Die Pfadibewegung in der Ostschweiz schrumpft: In den letzten 20 Jahren verlor sie im Kanton St. Gallen etwa 1400 Mitglieder. Jetzt wollen die Pfadis mehr Migrantenkinder anwerben.

von
tso
Gruppenbild aller Pfadis vom St. Galler Korps Gallus.

Gruppenbild aller Pfadis vom St. Galler Korps Gallus.

Die Pfadi kämpft mit Nachwuchsproblemen: Schweizweit verlor die Bewegung innert 20 Jahren 18'000 Mitglieder. Diesen Trend spüren auch Ostschweizer Pfadis: «Anfang der 90er Jahre zählte unser St. Galler Kantonalverband noch 5000 Mitglieder», sagt Präsident Christian Rohrer. «Heute sind es noch rund 3600», so der Mann mit dem Pfadinamen Röhre.

Rohrer führt dies vor allem auf die demografische Entwicklung zurück: «Es gibt heute weniger Kinder im pfadifähigen Alter. Dazu kommt, dass auch der Ausländer- oder Secondoanteil bei den Kindern gestiegen ist.» Würde man mehr Secondos für die Pfadi gewinnen, liesse sich der Mitgliederschwund zumindest entschärfen. Ideen sind da, schreibt die «Sonntagszeitung»: Pfadis in Luzern publizieren zum Beispiel ihre Flyer gleich mehrsprachig, um die Eltern dieser Kinder anzusprechen.

Florian Schetter, Leiter der St. Galler Pfadi-Abteilung Falkenstein, weiss: «Viele unserer Kinder haben ehemalige Pfadfinder als Eltern. Für sie ist klar, dass auch sie zur Pfadi gehen.» Bei Migrantenkindern sei dies kaumn der Fall. Und: «Gerade in der Pfadi, die zu allen Tageszeiten aktiv ist, braucht es viel Kommunikation zwischen Leitern und Eltern. Sprechen diese wenig Deutsch, kann das zum Problem werden.» Da sei ein wöchentliches Fussballtraining halt einfacher.

Viel Werbung machen

«Wir haben vergleichsweise viel Kinder mit Migrationshintergrund in unserer Abteilung», sagt hingegen Harry Gut von der St. Galler Abteilung St. Martin im Westen der Stadt. «Das kann an unserem Einzugsgebiet liegen, aber auch daran, dass wir extrem viel werben.» Auch wenn es schwierig sei, Secondos für die Pfadi zu begeistern: «Man muss nur überall Werbung machen, etwa an der Fasnacht, beim Quartierfest oder mit Werbeaktionen in der Stadt. Dann kommen auf einmal auch die Secondos.»

Christian Rohrer hält fest: «Wir hätten gerne mehr Kinder mit Migrationshintergrund. Gerade in der Pfadi als konfessionsneutraler Verein sind alle willkommen.»

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