Die erste Weltmeisterin: Die pinke Kriegerin macht ihre Ankündigung wahr
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Die erste WeltmeisterinDie pinke Kriegerin macht ihre Ankündigung wahr

Ana Carrasco aus Spanien ist die erste Weltmeisterin einer Töff-Soloklasse.

von
kai
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Die Spanierin Ana Carrasco schreibt Motorrad-Geschichte.

Die Spanierin Ana Carrasco schreibt Motorrad-Geschichte.

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Beim Saisonfinale der Supersport-300-Serie in Magny-Cours sichert sich die 21-Jährige als erste Frau den Weltmeister-Titel einer Solo-Klasse.

Beim Saisonfinale der Supersport-300-Serie in Magny-Cours sichert sich die 21-Jährige als erste Frau den Weltmeister-Titel einer Solo-Klasse.

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Im letzten Rennen genügte Carrasco am Sonntag ein 13. Platz, um mit einem Punkt Vorsprung auf ihren Landsmann Mika Perez den Titel zu gewinnen.

Im letzten Rennen genügte Carrasco am Sonntag ein 13. Platz, um mit einem Punkt Vorsprung auf ihren Landsmann Mika Perez den Titel zu gewinnen.

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Weiterfahren ging nicht, zu stark waren die Emotionen. Also brachte Ana Carrasco ihre Kawasaki Ninja am Streckenrand des Circuit de Nevers in Magny-Cours zum Stehen – und weinte unter ihrem pink verzierten Helm, während sie versuchte, mit den pinken Handschuhen die Tränen aus den Augen zu wischen.

«Pink Warrior», so ihr Spitzname, hatte dank Rang 13 einen Punkt Vorsprung auf Mika ­Pérez ins Ziel gerettet. Ihr Landsmann hatte in den letzten Kurven der letzten Runde Platz 1 und den WM-Titel hergegeben.

Ihr Vater ist ehemaliger Rennfahrer

So schrieb die 21-jährige Spanierin erneut Töff-Geschichte in der Supersport-300-Serie. Im September 2017 war sie die erste Frau gewesen, die ein WM-Rennen einer ­Soloklasse gewonnen hatte. Im Mai wurde sie die erste WM-Leaderin. Nun ist Carras­co die erste Weltmeisterin. «Ich bin extrem stolz», sagte sie. «Es ist wichtig, dass eine Frau vorne mitfahren kann. Vielleicht macht es das in Zukunft für andere Frauen ein­facher.»

Mai 2018: Carrasco führt als erste Frau eine WM einer Motorrad-Soloklasse an:

Rennfahrerin Ana Carrasco schreibt Geschichte

Die Spanierin führt erstmals eine WM-Rennwertung an. (Video: Tamedia)

(Video: Tamedia)

Seit die Tochter eines ehemaligen Rennfahrers und Mechanikers in der Töffwelt unterwegs ist, verfolgt sie ein Ziel: Jungs ärgern. Auch die pinken Komponenten ihrer Ausrüstung sind als Kampfansage ans andere Geschlecht zu verstehen: «Ich will damit sagen: Hier bin ich. Ich bin die Einzige. Und ich bin hier, um euch zu schlagen», sagte sie 2013 dem «Blick».

Damals bestritt sie ihre Debütsaison in der Moto3 und holte in Malaysia als erste Frau einen Punkt, in Valencia preschte sie gar auf Platz 8 vor. Mehr Punkte wurden es nicht, obwohl Carrasco bis 2015 in 46 Moto3-Rennen startete, ehe sie mangels Sponsoren ihren Platz verlor.

Über Umwege fand sie in die Supersport-300-WM – es sollte sich als Segen erweisen. Und vielleicht steigt sie ja schon bald in eine höhere Kategorie auf.

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