Bilder des Grauens: «Die Pistenbedingungen sind perfekt»
Aktualisiert

Bilder des Grauens«Die Pistenbedingungen sind perfekt»

Braune Wiesen statt weisse Hänge: Trotz des Schneemangels kurven bereits tausende Skifahrer auf den Pisten. Und am Wochenende hält endlich der Winter Einzug – wenigstens in den Bergen.

von
Adrian Müller

In vielen Schweizer Skigebieten ist man derzeit mit Wanderschuhen schneller unterwegs als auf Skiern. Selbst auf dem Davoser Jakobshorn (2590 Meter ü. Meer) können Skifahrer nur auf Kunstschneestreifen den Hang hinunterbrettern. Wer über die Piste hinausschiesst, landet im Dreck.

«Die Bedingungen auf den geöffneten Pisten sind aber perfekt», betont Yves Bugmann, Sprecher der Davoser Bergbahnen. Am vergangenen Wochenende seien bereits 4000 Schneesportler aufs Jakobshorn gepilgert. «Die richtigen Skifreaks kommen so oder so.»

Bei dem Anblick der grünen Wiese im Hochgebirge schmerzt dem Wintersportler dennoch das Herz. «Um diese Jahreszeit hatten wir noch nie so wenig Schnee», klagt denn auch Yvonne Christen von den Titlis-Bahnen in Engelberg. Die Skidestination verkaufte am Wochenende gut 1500 Skipässe für die zwei geöffneten Pisten, viele davon an Skiclubs. Christen zeigt sich dennoch optimistisch: «Unser Pistenchef hat für den 6. Dezember eine Nordwestströmung mit viel Schnee vorausgesagt.»

Der Winter kommt

In der Tat: Die Zeiten der grünen Skipisten könnten wenigstens im Hochgebirge bald gezählt sein. «In der Nacht auf Samstag wechselt das Wetter. In den Bergen fallen über 30 Zentimeter Schnee», sagt Sarina Scheidegger von Meteonews zu 20 Minuten Online. Die Schneefallgrenze liege aber je nach Wettermodell relativ hoch, und zwar zwischen 1000 bis 1700 Metern.

Ski-Attacke am HB

Gut möglich also, dass sich Zermatt (1608 Meter ü. Meer) am kommenden Wochenende in einem strahlenden Winterkleid präsentiert. Markus Hasler, Chef der Bergbahnen Zermatt, zählte am vergangenen Weekend 7700 Gäste, 1500 mehr als vor einem Jahr: «Wir haben oberhalb 2300 Meter geniale Verhältnisse, da Anfang November über ein Meter Schnee gefallen ist.» Dies habe sich herumgesprochen und viele Skifahrer aus der ganzen Schweiz angezogen, Zermatt hat also vom schlechten Winterstart gar profitiert. Dennoch ist Hasler besorgt: «Es steht noch in den Sternen, wie stark sich die Währungskrise auf unser Geschäft auswirkt.»

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