Aktualisiert 14.07.2009 22:48

SCL TigersDie Playoffs bleiben ein ewiger Traum

Die SCL Tigers wollen unter neuer Führung finanziell überleben, aber gleichzeitig sportlich kürzertreten. Playoffs ade!

von
Peter Berger

Die SCL Tigers liegen auf dem Sterbebett. Nun hat sich um den Unternehmer Peter Jakob (Drahtseilfabrik Trubschachen) der Verein «Rettet den Tiger» zum Ziel gesetzt, bis Mitte August eine Million Franken zu sammeln. Gelingt dies, steigt der Vereinsvorstand als Verwaltungsrat bei den SCL Tigers ein.

Unter dem designierten Präsidenten Jakob steht in Langnau nach dem Macht- auch ein Strategiewechsel an. «Es kann nicht sein, dass wir den 63-jährigen Klub im Jahr 2009 oder 2010 versenken.» Jakob will die Tiger langfristig retten, dafür nimmt er einen sportlichen Rückschritt in Kauf. «Auch ein vorübergehender Abstieg in die NLB wäre kein Untergang.» Hauptsache sei, die Fans könnten weiterhin Eishockey schauen. «Ein Tor ist ein Tor, ein Sieg ist ein Sieg, eine Wurst ist eine Wurst, ein Bier ist ein Bier – ob in der NLA oder NLB.»

Jakob betont, dass er keinen Putsch ausübe. Alles sei mit Hans Grunder abge­sprochen. Dieser wollte sich ­gestern noch nicht festlegen, ob und wann er aus dem ­Verwaltungsrat zurücktrete. Der Noch-Boss dürfte aber die Tigers im Herbst an der GV verlassen, zusammen mit Geschäftsführer Heinz Schlatter. Grunder hat steigende Lohnkosten von einer halben Million Fr. pro Saison toleriert (total 4,8 Mio. Fr. im letzten Jahr), um mit einem guten Team die Playoffs zu erreichen. Die Tiger verpassten diese aber auch im elften Anlauf. «Deshalb kann man die Strategie kritisieren. Ich würde es im Nachhinein auch anders machen.» Grunder deckte die Defizite. Das will er nicht mehr.

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