Aktualisiert 08.02.2018 06:57

Brille mit GesichtserkennungDie Polizei der Zukunft ist in China schon auf Streife

Während des chinesischen Neujahrsfests setzen Polizisten in der Henan-Provinz Gesichtserkennungs-Brillen ein. Diese helfen dabei, Kriminelle zu identifizieren.

von
swe
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Eine Sonnenbrille? Nein, die chinesische Polizistin trägt eine Hi-Tech-Brille, die Gesichter erkennen kann. Durch die Verknüpfung mit der Polizei-Datenbank sollen Verdächtige so schneller identifiziert werden.

Eine Sonnenbrille? Nein, die chinesische Polizistin trägt eine Hi-Tech-Brille, die Gesichter erkennen kann. Durch die Verknüpfung mit der Polizei-Datenbank sollen Verdächtige so schneller identifiziert werden.

AFP/AFP
In der Einsatzzentrale könnte es ähnlich wie in dieser Illustration aussehen. Auf die Bildschirme wird das Blickfeld der Beamten übertragen.

In der Einsatzzentrale könnte es ähnlich wie in dieser Illustration aussehen. Auf die Bildschirme wird das Blickfeld der Beamten übertragen.

Twitter/FanWenxin
Die Datenbrille wird mit einem kleinen Tablet verknüpft, das mit dem Internet verbunden ist und Infomationen über verdächtige Personen anzeigt.

Die Datenbrille wird mit einem kleinen Tablet verknüpft, das mit dem Internet verbunden ist und Infomationen über verdächtige Personen anzeigt.

Twitter/FanWenxin

Sie sehen aus wie Robocops: Die Beamten der Bahnpolizei im chinesischen Zhengzhou, die mit neuester Technik Jagd auf Verbrecher machen. Seit kurzem werden in der Hauptstadt der Provinz Henan spezielle Datenbrillen eingesetzt, wie die «South China Morning Post» berichtet.

Die Brillen, die vom Aussehen her an die Google Glass erinnern, sind mit der Polizei-Datenbank verknüpft. So können die Gesichter der Passagiere mit Einträgen von Verdächtigen abgeglichen werden. Bislang wurden mithilfe der Brillen sieben Verdächtige gefasst, die polizeilich gesucht wurden. Die Technologie soll zudem helfen, Ausweisfälscher zu entlarven.

XXL-Datenbank

China investiert in letzter Zeit stark in die Gesichtserkennung. Ein anderes Projekt hat das Ziel, alle 1,3 Milliarden Einwohner innerhalb von wenigen Sekunden zu identifizieren. Das System nutzt einerseits ID-Fotos, kann aber auch mit Überwachungskamera-Netzwerken gekoppelt werden. Bis das Projekt einsatzfähig ist, müssen jedoch noch einige technische Hürden überwunden werden.

«Kollidiert mit Menschenrechten»

In der Schweiz ist der Einsatz einer solchen Technologie bislang nicht erlaubt, wie der auf IT-Recht spezialisierte Anwalt Martin Steiger auf Anfrage erklärt: «Diese würde mit den europäischen Grund- und Menschenrechten kollidieren.» Gleichzeitig zeige die Erfahrung aber, dass Sicherheitsbehörden die technischen Möglichkeiten früher oder später nutzen wollen.

Weil der Staat beim Einsatz solcher Technologien aber auch Eigeninteressen verfolge, sei dieser allerdings kein glaubwürdiger Garant für Datenschutz. «Ich gehe deshalb davon aus, dass unsere Privatsphäre durch anlasslose und verdachtsunabhängige Massenüberwachung weiter ausgehöhlt werden wird», sagt Steiger. Es ist also möglich, dass nach Bodycams bald auch Systeme wie in China zum Einsatz kommen.

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