Graubünden: Die Polizei gewährt seltenen Einblick in die Arbeit mit Drohnen
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GraubündenDie Polizei gewährt seltenen Einblick in die Arbeit mit Drohnen

Drohnen sollen die Polizeiarbeit erleichtern: Die Kantonspolizei Graubünden zieht nach einem Jahr mit Drohneneinsätzen Bilanz. Zudem wird gezeigt, wie eine Livesuche einer Person verläuft.

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Leo Butie

Drohnen zählen seit einem Jahr zum Inventar der Kantonspolizei Graubünden. Die Bilanz fällt positiv aus.

Leo Butie

Darum gehts

  • Die Kantonspolizei Graubünden zieht nach einem Jahr mit Drohneneinsätzen Bilanz.
  • Bisher flog man über achtzig Einsätze.
  • Auch zur Personensuche wurden Drohnen eingesetzt.
  • Drohnen sind vielseitig und im Vergleich zum Helikopter sehr kostengünstig.
  • Die Kapo Graubünden wird weiter die Entwicklung der Drohnentechnologie beobachten.

Die Arbeitsgruppe «Drohnen Schweiz» steht unter der Leitung des Bündner Polizeikommandanten Walter Schlegel. 2017 wurden umfassende Berichte über den Drohneneinsatz und die Drohnenabwehr bei der Polizei erstellt. Gestützt auf diese Berichte, entstand ein Konzept für die Kantonspolizei Graubünden.

Inzwischen setzt die Bündner Polizei seit einem Jahr Drohnen ein. Je nach Einsatz wird zwischen zwei verschiedenen Modellen gewählt. Das grössere Modell, eine DJI Matrice, kann theoretisch bis zu fünf Kilometer weit entfernt vom Piloten fliegen. Geflogen wird aber immer im Sichtflug. Gesteuert werden die Drohnen von Angehörigen der Drohnengruppe, welche zur Spezialeinheit Polizeiflugdienst gehört und im Milizsystem geführt wird, wie die Kantonspolizei Graubünden am Dienstag mitteilte.

Viel günstiger als ein Helikopterflug

Eingesetzt werden die Drohnen in erster Linie bei Verkehrsunfällen und bei Such- und Rettungseinsätzen sowie zur Beweissicherung, zur Aufklärung und zur Erkundung. Mit den Drohen konnte die Erstellung eines Lageplans nach einem Verkehrsunfall erheblich erleichtert werden.

«Drohnen sind leise, sie können tief fliegen, suchen das Gelände systematisch ab, und sie können auch bei schlechter Sicht eingesetzt werden», beschrieb Markus Eggenberger, Chef der Bündner Sicherheitspolizei, die Vorteile. Dazu sind Drohneneinsätze sicherer, da man beispielsweise keine Personen in steiles Gelände entsenden muss, um eine Person zu orten.

Auch der Kostenpunkt ist ein Vorteil der Drohnen. «Wenn man die Kosten der Flugminuten eines Helikopters kennt, dann weiss man, dass es schnell ins Geld gehen kann», sagt Christian Nold, Chef Polizeiflugdienst der Kantonspolizei Graubünden. Drohnen seien nicht kostenlos, aber im Verhältnis bestimmt günstiger als Helikopter. Die kleinen Helfer möchte man nach einem Jahr Drohnenerfahrung nun nicht mehr missen. Man müsse aber mit der Technologie mitgehen, damit man nicht den Anschluss verpasse.

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(SDA)

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