Kim Dotcom klagt an: «Die Polizei hat mich geschlagen»
Aktualisiert

Kim Dotcom klagt an«Die Polizei hat mich geschlagen»

Der Megaupload-Gründer hat schwere Vorwürfe gegen die neuseeländische Polizei erhoben. Er soll bei seiner Verhaftung von den Beamten misshandelt worden sein.

von
mbu
Kim Dotcom gemeinsam mit seiner Frau Mona auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung in Auckland (7.8.2012).

Kim Dotcom gemeinsam mit seiner Frau Mona auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung in Auckland (7.8.2012).

Der Internet-Tausendsassa Kim Dotcom hatte am 7. August in Auckland einmal mehr einen Auftritt vor Gericht. In dem Berufungsverfahren der Staatsanwaltschaft soll geklärt werden, ob die Razzia von vergangenem Januar in seinem Anwesen illegal war oder nicht. Erstinstanzlich kamen die Richter bereits Ende Juni zum Schluss, dass die Hausdurchsuchung seiner 30-Millionen-Villa wegen eines Formfehlers nicht zulässig gewesen sei (20 Minuten Online berichtete).

Im jetzigen Verfahren sagte der 38-jährige Deutsche aus, dass er von den Beamten zu Boden gedrückt worden sei. Dabei sei ein Polizist auf seiner Hand gestanden, während ein anderer ihm das Knie in die Rippen gedrückt habe. Er habe Fusstritte und einen Schlag ins Gesicht abbekommen und vor Schmerzen geschrien.

Ein Beamter sagte vor Gericht aus, dass Dotcom in einem sogenannten «Panic Room» von ihnen überwältigt worden sei, berichtet das neuseeländische Newsportal stuff.co.nz. Im Raum sei auch eine geladene Waffe gefunden worden. Das grosse Polizeiaufgebot rechtfertigte er damit, dass Dotcom auf alten Fotos mit Waffen posiert habe.

Bei der Razzia sind durch anwesende FBI-Beamte Kopien von vorhandenen Festplatten gemacht worden. Dotcoms Anwälte fordern, dass die Computerdateien nicht als Beweise vor Gericht verwendet werden dürfen.

Dem Megaupload-Gründer werden in den USA unter anderem massive Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Über seine inzwischen geschlossene Plattform Megaupload sollen illegal gemachte Kopien von Filmen und Musik ausgetauscht worden sein. Die US-Behörden fordern Dotcoms Auslieferung. Ihm drohen in den USA bis zu zwanzig Jahre Haft.

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