Zürich: «Die Polizei kann nicht alles verhindern»
Aktualisiert

Zürich«Die Polizei kann nicht alles verhindern»

Der Polizeieinsatz bei der unbewilligten Abstimmungs-Demo vom Sonntag sorgt für rote Köpfe. Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) verteidigt die Strategie.

von
Roman Hodel
Polizeivorsteher Daniel Leupi.

Polizeivorsteher Daniel Leupi.

Daniel Leupi, Sie waren am Polizeieinsatz vom Sonntag zwar nicht operativ beteiligt, tragen aber die politische Verantwortung. Warum haben Sie bis jetzt geschwiegen?

Daniel Leupi: Weil ich mir zuerst ein genaues Bild davon machen musste, was am Sonntag gelaufen ist. Ich bin kein Freund von Schnellschüssen.

Der Einsatz wird von Bürgerlichen als zu lasch kritisiert, von den Linken als richtig und vom Polizeisprecher gar als vorbildlich beurteilt. Ihr Urteil?

Grundsätzlich hat die Polizei richtig und verhältnismässig reagiert. Wären wir härter vorgegangen, hätte es geheissen, die Polizei sei brutal.

Warum wurde die Demo nicht früher gestoppt?

Die Demo verlief lange ruhig und die Gesundheit der grösstenteils friedlichen Teilnehmer ist höher zu gewichten als allfällige Sachschäden.

Das ist ein schwacher Trost für jene, die zerschlagene Fenster zu beklagen haben.

Das kann ich gut nachvollziehen, aber ein gewisses Risiko gehört zu einer freien Gesellschaft. Leider gibt es Leute, die jede Gelegenheit für Randale nutzen. Die Polizei kann diese Gruppen zwar lenken, aber nicht alles verhindern.

Welche Lehren zieht die Polizei aus dieser Demo?

Jeder Einsatz – so auch dieser – wird analysiert. Das gehört zum Tagesgeschäft. Gewonnene Erkenntnisse werden in künftige Lagebeurteilungen mit einfliessen.

Deine Meinung