ÖV-Desaster nach Toten-Hosen-Konzert: «Die Polizei musste Leute aus vollen Zügen holen, um Türen freizumachen»

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ÖV-Desaster nach Toten-Hosen-Konzert«Die Polizei musste Leute aus vollen Zügen holen, um Türen freizumachen»

Hunderte Schweizer Fans der Toten Hosen strandeten nach einem Konzert der Band in Freiburg (D), da die Regionalzüge ausfielen. Nun berichten Betroffene, dass es innerhalb des Bahnhofes zu brenzligen Situationen gekommen sei. 

von
Jeanne Dutoit
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Am Samstagabend gaben die Toten Hosen in Freiburg im Breisgau (D) ein Konzert.

Am Samstagabend gaben die Toten Hosen in Freiburg im Breisgau (D) ein Konzert.

News Scout
Nach dem Konzert strandeten Hunderte Fans in Deutschland. Denn es fuhren keine Züge mehr in die Schweiz.

Nach dem Konzert strandeten Hunderte Fans in Deutschland. Denn es fuhren keine Züge mehr in die Schweiz.

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Es habe keinerlei Informationen zu den Ausfällen gegeben, kritisieren Betroffene. Die Züge nach Basel seien anfänglich noch auf den Infotafeln ausgeschrieben gewesen.

Es habe keinerlei Informationen zu den Ausfällen gegeben, kritisieren Betroffene. Die Züge nach Basel seien anfänglich noch auf den Infotafeln ausgeschrieben gewesen.

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Darum gehts

  • Am Samstagabend hat in Freiburg (D) ein Konzert der Toten Hosen vor rund 50’000 Zuschauenden stattgefunden.

  • Zahlreiche Fans sind für das Konzert aus der Schweiz angereist.

  • Hunderte Fans strandeten danach in Freiburg, weil aufgrund von Bauarbeiten die Zugstrecke unterbrochen war.

Die Organisation rund um den Personentransport nach dem Konzert der Toten Hosen sorgte für harsche Kritik. Hunderte von Fans strandeten am Samstagabend in Freiburg (D), da keine Züge mehr in die Schweiz fuhren. Der Grund: Bauarbeiten auf der Strecke. 

News-Scouts berichten von einem «lausigen» Angebot und einer nicht vorhandenen Kommunikation vonseiten der Deutschen Bahn (DB). Das Unternehmen sei offensichtlich nicht auf die Menschenmasse am Bahnhof vorbereitet gewesen, die nach Konzertende mit dem Zug den Nachhauseweg antreten wollte.

«Man sollte die Verantwortlichen in einen Event-Kurs schicken»

«Die Züge waren dermassen voll mit Menschen, dass sogar die Polizei Leute rausholen musste, um die Türen freizumachen», kommentiert etwa Userin darkangel0313 die «Katastrophe». Trotz Grossanlass hätten keine Extrazüge zur Verfügung gestanden. Die Leserin beschreibt die Situation wie folgt: «Ein Regionalzug mit fünf Wagen und es stehen mehrere Hundert Leute an, um einen Platz zu ergattern.» Eine Lösung hätte sie bereits in petto: «Man sollte die Verantwortlichen in einen Event-Kurs schicken.» 

Die deutsche Bundespolizei bestätigt ihren Einsatz gegenüber 20 Minuten. Bei grossen Konzerten sei dies standardmässig der Fall. Zum Eingreifen der Polizei aufgrund der überfüllten Züge schreibt Sprecherin Katharina Kessler: «Aufgrund der Vielzahl an Menschen, die bei derartigen Grossereignissen praktisch zeitgleich abreisen möchten, ist es grundsätzlich möglich, dass Einsatzkräfte Personen aus dem Türschliessbereich eines Zuges holen müssen, um ein vollständiges und sicheres Schliessen der Türen zu ermöglichen.»

Jede Stunde ein Ersatzbus mit 70 Plätzen

Aufgrund der Bauarbeiten fuhren im Stundentakt Ersatzbusse nach Basel. Ein Facebook-User schreibt, dass er es jedoch nicht in den Bus geschafft habe. Gerade mal 70 Personen hatten im Fahrzeug Platz, der Bus-Chauffeur hätte alle Passagiere zum Sitzen verdonnert, Stehplätze waren nicht gestattet. «Somit standen wir alle da und der Bus war weg, den wir nehmen wollten.» Ein Bus reiche nun mal nicht, wenn Hunderte von Leuten auf den Schienenersatzverkehr warten würden, nervt er sich.

Die DB sagt gegenüber 20 Minuten, dass sie sich «kulant» zeige. Betroffene können sich via Kundendialog melden, so eine DB-Sprecherin.

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